Deutsche Tageszeitung - Wissenschaftsrat: Kritisches Denken lässt sich nicht an KI delegieren

Wissenschaftsrat: Kritisches Denken lässt sich nicht an KI delegieren


Wissenschaftsrat: Kritisches Denken lässt sich nicht an KI delegieren
Wissenschaftsrat: Kritisches Denken lässt sich nicht an KI delegieren / Foto: © AFP/Archiv

Der Wissenschaftsrat hat vor möglichen negativen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI) auf die Hochschulen gewarnt. "Kritisches Denken lässt sich nicht an eine KI delegieren", erklärte der Vorsitzende des Expertengremiums, Wolfgang Wick, am Montag in Köln. "Wir müssen die unabhängige menschliche Urteilsfähigkeit in einer Welt erhalten, die immer mehr algorithmisch durchdrungenen ist."

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Der KI-Einsatz eröffne Hochschulen weitreichende Möglichkeiten für Lehre und Studium. So könnten der Zugang zu Wissensinhalten verbessert und die Lernunterstützung personalisiert werden. Auch seien neue Formen von Feedback, die kreative Gestaltung von Lehrmaterialien sowie Verbesserungen bei Barrierefreiheit und Inklusion möglich. Dem gegenüber stünden aber grundsätzliche Risiken.

Der Einsatz von KI könnte die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Denken beeinträchtigen, zu Kompetenzverlust und Fehlinformiertheit führen sowie den fachlichen und sozialen Austausch einschränken, erklärte der Wissenschaftsrat. Die KI "berührt den Kern akademischen Denkens und erfordert eine grundsätzliche Positionierung".

Das Expertengremium empfiehlt unter anderem, KI-freie Räume als Bestandteil des Studiums zu schaffen, Prüfungsformate umzugestalten und KI-Anwendungen auf ihre Lernwirksamkeit hin wissenschaftlich zu prüfen. Der mit 32 Mitgliedern besetzte Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer in allen Fragen der Entwicklung von Wissenschaft, Forschung und des Hochschulbereichs.

(P.Hansen--DTZ)

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