Deutsche Tageszeitung - Kanada will neue U-Boot-Flotte vom deutschen Hersteller TKMS bauen lassen

Kanada will neue U-Boot-Flotte vom deutschen Hersteller TKMS bauen lassen


Kanada will neue U-Boot-Flotte vom deutschen Hersteller TKMS bauen lassen
Kanada will neue U-Boot-Flotte vom deutschen Hersteller TKMS bauen lassen / Foto: © AFP

Kanada will seine neue U-Boot-Flotte vom deutschen Hersteller TKMS bauen lassen. Diese Entscheidung im Kampf um den Milliardenauftrag gab Premierminister Mark Carney am Montag vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel in der Türkei bekannt. Das deutsche Unternehmen sprach vom größten Einzelauftrag in seiner Geschichte. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte, vor dem Nato-Gipfel habe die kanadische Regierung "ein starkes Zeichen der transatlantischen und europäischen Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie" gesetzt.

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TKMS sei für die geplante neue U-Boot-Flotte als "bevorzugter Lieferant" ausgewählt worden, sagte Carney auf einem Militärstützpunkt in Halifax. "Dies war eine schwierige, knappe Entscheidung zwischen zwei hochqualifizierten Anbietern." Die kanadische Regierung hatte im August 2025 erklärt, dass sich die Vergabe des milliardenschweren Auftrags zwischen TKMS und dem südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean entscheiden werde. Nun setzte sich das deutsche Unternehmen durch.

Carney sagte, Kanada werde nun exklusive Verhandlungen mit TKMS über die Beschaffung von bis zu zwölf U-Booten aufnehmen. Die Gespräche könnten bis zu 18 Monate dauern. Sollten die Verhandlungen scheitern hat Kanada das Recht, auf Hanwha Ocean zurückzukommen. Dies bezeichnete Carney aber als unwahrscheinlich.

Konkret entschied sich Kanada nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums für das deutsch-norwegische U-Boot der Klasse 212CD. Angaben zum finanziellen Umfang des Geschäfts machte Carney mit Verweis auf die Vertraulichkeit der Verhandlungen nicht. Er sagte lediglich, dass es sich um "den größten Vertrag" im Verteidigungsbereich in der Geschichte Kanadas handele. Er werde auch der kanadischen Wirtschaft "dutzende Milliarden Dollar" bringen.

Hanwha Ocean hatte Berichten zufolge bis zuletzt um den Auftrag gekämpft. Dabei hätten die Südkoreaner auch lukrative Anreize wie Partnerschaften mit kanadischen Unternehmen geboten, die von Stahlherstellern bis hin zu Automobilfirmen reichten. Am Ende entschied nach Ansicht von Experten vor allem der Nato-Aspekt.

TKMS habe wahrscheinlich von Anfang an "die Nase vorn" gehabt, weil Carney eine Partnerschaft mit einem europäischen Nato-Verbündeten angestrebt habe, sagte der Verteidigungsexperte Wesley Wark vom Centre for International Governance Innovation der Nachrichtenagentur AFP. "Ich glaube, der Nato-Aspekt war letztlich ausschlaggebend."

Auch Bundeskanzler Merz betonte nach Bekanntgabe der kanadischen Entscheidung die Bedeutung für die "transatlantische und europäische Zusammenarbeit". TKMS sprach vom "Beginn eines neuen Kapitels in der Verteidigungszusammenarbeit zwischen drei engen Nato-Verbündeten, in dem gemeinsames Fachwissen und gemeinsame Sicherheitsinteressen zusammengeführt werden." Das erst U-Boot solle "bis 2033 ausgeliefert werden".

Deutschland und Norwegen hatten Kanada nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums gemeinsam mit TKMS ein Angebot für zwölf U-Booten vom Typ 212CD unterbreitet. Deutschland nutzt dem Bundesverteidigungsministerium zufolge bereits U-Boote vom Typ 212A. Zusammen haben Deutschland und Norwegen demnach schon zwölf U-Boote vom Typ 212CD bestellt.

"Mit dem deutschen Unternehmen TKMS als bevorzugtem Hersteller hat sich Kanada für die besten konventionellen U-Boote der Welt entschieden", erklärte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU). "Gemeinsam werden wir die weltweit größte und modernste konventionelle U-Boot-Flotte aufbauen", erklärte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der im Mai bei einem Besuch in Kanada offensiv für den Kauf der U-Boote des in Kiel ansässigen Unternehmens geworben hatte.

"Die Informationen, die unsere bis zu 24 U-Boote im Nordatlantik, in der Arktis und im Hohen Norden sammeln werden, können wir schnell untereinander austauschen, analysieren und nutzen", fuhr Pistorius fort. "Und wir können die Systeme bei Bedarf an vier verschiedenen Werften in der nördlichen Hemisphäre warten."

(V.Varonivska--DTZ)

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