Deutsche Tageszeitung - SED-Opferbeauftragte lobt Fortschritte bei Hilfe und sieht weiteren Bedarf

SED-Opferbeauftragte lobt Fortschritte bei Hilfe und sieht weiteren Bedarf


SED-Opferbeauftragte lobt Fortschritte bei Hilfe und sieht weiteren Bedarf
SED-Opferbeauftragte lobt Fortschritte bei Hilfe und sieht weiteren Bedarf / Foto: © AFP

Die SED-Opferbeauftragte Evelyn Zupke hat Fortschritte bei der Unterstützung von Betroffenen der Diktatur gelobt, sieht aber weiterhin Handlungsbedarf. "Unser wiedervereinigtes Land ist auf dem richtigen Weg, die Opfer der SED-Diktatur bestmöglich zu unterstützen und zu würdigen", erklärte sie am Mittwoch anlässlich der Vorlage ihres Jahresberichts. "Doch der Schatten der Diktatur ist lang: Viele Opfer leiden bis heute an den gesundheitlichen Folgen."

Textgröße ändern:

Zwar profitierten bereits hunderte Betroffene von den Anfang vergangenen Jahres im Parlament beschlossenen Verbesserungen, unter anderem vom neuen Härtefallfonds. Dieser kommt Opfern der SED-Diktatur zugute, die zwar rehabilitiert wurden, heute aber bedürftig sind. Der Fonds habe sich als "sehr effektiv" erwiesen, sagte Zupke im Interview mit dem Parlamentsfernsehen. Seit dem 9. November sei rund eine Million Euro an etwa 300 Betroffene ausgeschüttet worden.

Es gebe jedoch weiteren Handlungsbedarf für alle, für die die bisherige Unterstützung nicht ausreiche, erklärte Zupke weiter. Dazu gehörten etwa Opfer des staatlichen DDR-Zwangsdopings im Sport. Tausende Menschen litten bis heute an den körperlichen und seelischen Folgen. Sie schlug dafür ein eigenes Gesetz vor: "Wer anerkanntes Doping-Opfer ist, soll bei Vorliegen gesundheitlicher Schädigungen Zugang zu Leistungen der sozialen Entschädigung erhalten", forderte die Beauftragte.

Nicht zuletzt dürften die Kinder der politisch Verfolgten nicht vergessen werden, forderte Zupke. "Viele Menschen erzählen mir, wie stark ihre Kindheit, ihre Jugend und auch ihr heutiges Leben geprägt sind von der Traumatisierung ihrer Eltern", betonte sie. Die politisch Verfolgten hätten ungewollt ihre Ängste, Sorgen und Traumata an ihre Kinder weitergegeben. Diese dürften "nicht zu den vergessenen Opfern der SED-Diktatur werden".

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Wohnungsnot in Portugal: Protestcamp in Lissabon errichtet

In der portugiesischen Hauptstadt Lissabon ist - wie bereits in der spanischen Hauptstadt Madrid - ein Protestcamp gegen die Wohnungskrise errichtet worden. Nach einer Demonstration versammelten sich am Samstagabend hunderte Protestierer auf dem Rossio-Platz in Herzen von Lissabon und bauten dutzende Zelte auf, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Hunderttausende Teilnehmer und heftige Zusammenstöße bei Protesttag in Frankreich

Hunderttausende Teilnehmer, Gebäude in Flammen, Tränengasschwaden und dutzende Festnahmen: Am landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem ist es zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Nach Angaben der Organisatoren gingen am Samstag rund 800.000 Menschen im ganzen Land auf die Straße. Von Marseille bis Lille kam es dabei zu Ausschreitungen, mehr als 272 Menschen wurden festgenommen. In Saint-Etienne verlor erneut ein Demonstrant durch eine Polizeigranate seine Hand.

Protesttag in Frankreich: Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei

Bei einer Großdemonstration in Paris im Rahmen eines landesweiten Protesttags gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem ist es am Samstagmittag zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Protestierenden gekommen. Am Platz der Republik setzten die Beamten mehrfach Tränengas ein, während die Demonstranten Feuerwerkskörper zündeten, wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Fast zwei Billionen: US-Neuverschuldung steigt unter Trump auf Fünf-Jahres-Hoch

Die Neuverschuldung der USA ist trotz der von Präsident Donald Trump angekündigten Ausgabenkürzungen auf den höchsten Stand seit 2021 gestiegen. Im Haushaltsjahr 2026, das Ende September endete, betrug das Defizit 1,99 Billionen Dollar und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Finanzministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Textgröße ändern: