Deutsche Tageszeitung - CDU-Geheimdienstexperte Henrichmann warnt vor Kooperation mit Rosatom in Lingen

CDU-Geheimdienstexperte Henrichmann warnt vor Kooperation mit Rosatom in Lingen


CDU-Geheimdienstexperte Henrichmann warnt vor Kooperation mit Rosatom in Lingen
CDU-Geheimdienstexperte Henrichmann warnt vor Kooperation mit Rosatom in Lingen / Foto: © AFP/Archiv

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Geheimdienst-Kontrollgremiums des Bundestages (PKGr), der CDU-Politiker Marc Henrichmann, hat die Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosatom bei der Herstellung von Brennelemente im niedersächsischen Lingen scharf kritisiert. "Der Einfluss des russischen Nuklearsektors in der EU ist nach wie vor ein großes Problem, dem wir uns entschieden entgegenstellen müssen", sagte Henrichmann am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

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Der CDU-Politiker warnte vor damit verbundenen Sicherheitsrisiken. "Während sich die russische Führung mit dem Beginn des Angriffskrieges aus der friedlichen Staatengemeinschaft entfernt hat, versuchen sie über Umwege weiterhin zentrale Knotenpunkte unserer kritischen Infrastruktur, beispielsweise im Energiesektor, unter ihrer Kontrolle zu halten", sagte Henrichmann. "Diese Entwicklungen müssen wir frühzeitig erkennen und entschieden bekämpfen."

Das niedersächsische Landesumweltministerium hatte zuvor auf Anweisung des von Carsten Schneider (SPD) geführten Bundesumweltministeriums und entgegen eigener Bedenken die Zusammenarbeit mit Rosatom in Lingen genehmigt, wenn auch unter Auflagen. Der russische Staatskonzern soll dort direkt in die Produktion einbezogen werden.

Konkret geht es um ein Vorhaben des Kraftwerksunternehmens Advanced Nuclear Fuels (ANF), eine Tochter des französischen Atomkonzerns Framatome. ANF plant, in Lingen zusätzlich zu den bisherigen Brennelementen auch sechseckige Brennelemente des russischen Typs VVER herzustellen. Dafür will die Framatome-Tochter mit Rosatom zusammenarbeiten und dabei auch russische Komponenten und Technologien nutzen.

"Anstatt dass der französische Mutterkonzern Framatome ein Joint-Venture mit dem russischen Staatskonzern bildet, sollten sich unsere französischen Freunde lieber an anderen Produzenten orientieren", forderte Henrichmann. Er wies darauf hin, dass beispielsweise ukrainische Atomkraftwerke seit einiger Zeit aus den USA mit Brennelementen versorgt würden, um die Abhängigkeit von Russland zu verringern.

Der Umweltverband BUND kündigte rechtliche Schritte gegen das Projekt in Lingen an. "Die Zusammenarbeit mit Rosatom stellt ein unkalkulierbares Risiko für die innere und äußere Sicherheit dar", warnte Geschäftsführerin Verena Graichen. Die Bundesregierung sei jedoch verpflichtet, "die Sicherheitsinteressen Deutschlands zu schützen". Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) forderte die Stilllegung der Fabrik in Lingen.

(B.Izyumov--DTZ)

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