Deutsche Tageszeitung - Ausbildung hat bei der Jugend gutes Image - doch manche zweifeln an ihrer Chance

Ausbildung hat bei der Jugend gutes Image - doch manche zweifeln an ihrer Chance


Ausbildung hat bei der Jugend gutes Image - doch manche zweifeln an ihrer Chance
Ausbildung hat bei der Jugend gutes Image - doch manche zweifeln an ihrer Chance / Foto: © AFP/Archiv

Junge Menschen in Deutschland blicken laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung positiv auf die Berufsausbildung. Allerdings seien vor allem diejenigen überzeugt, "die den Einstieg geschafft haben", teilte die Stiftung am Donnerstag in Gütersloh mit. Insbesondere junge Menschen mit niedriger Schulbildung zweifelten hingegen an ihrer Chance.

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Wie die Stiftung erklärte, sind neun von zehn Azubis mit ihrer Ausbildung zufrieden. Fast ebenso viele (87 Prozent) würden sich noch einmal für ihren derzeitigen Ausbildungsberuf entscheiden. "Die Berufsausbildung bekommt von den Auszubildenden ein sehr gutes Zeugnis", erklärte der Experte der Bertelsmann-Stiftung für berufliche Bildung, Fabian Schaffer. Dies sei eine "erfreuliche Nachricht für die jungen Menschen und für die Betriebe".

Zudem ist eine Ausbildung der Erhebung zufolge auch bei den befragten Schülerinnen und Schülern die beliebteste Option für die Zeit nach der Schule: Rund ein Drittel von ihnen möchte auf jeden Fall direkt nach dem Abschluss eine Ausbildung beginnen, weitere 44 Prozent können sich diesen Weg vorstellen.

Allerdings kommt die Studie auch zu dem Ergebnis, dass die Befragten ihre persönlichen Chancen auf einen Ausbildungsplatz umso pessimistischer einschätzen, je niedriger ihr Schulbildungsniveau ist. 38 Prozent derjenigen mit geringem Qualifizierungsniveau glauben nicht daran oder sind sich nicht sicher, dass sie einen Ausbildungsplatz finden werden.

Schaffer hält dies für problematisch, weil eine Ausbildung für junge Menschen mit niedriger Schulbildung den besten Weg für den Einstieg ins Berufsleben bedeute. Die Folgen eines fehlenden Abschlusses seien erheblich: 2025 habe die Arbeitslosenquote von Menschen ohne Berufsabschluss bei 21 Prozent gelegen - bei denjenigen mit einer Berufsausbildung hingegen nur bei vier Prozent.

Nötig ist nach Auffassung der Bertelsmann-Stiftung daher auch, stärker auf Fähigkeiten als auf Schulnoten zu schauen. "Um die Ungelerntenquote zu senken und dem Fachkräftemangel zu begegnen, muss der Einstieg in die Ausbildung so niedrigschwellig wie möglich gestaltet sein", erklärte Schaffer. Die Stiftung empfiehlt deshalb unter anderem, betriebsnahe Zugänge wie Einstiegsqualifizierungen, längere Praktika und Programme wie die Assistierte Ausbildung auszubauen.

Für die Studie wurden von Anfang März bis Mitte April 1763 junge Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren sowie 1325 Auszubildende im Alter von 15 bis 25 Jahren befragt.

(V.Sørensen--DTZ)

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