Deutsche Tageszeitung - Prien verteidigt Neuausrichtung der Demokratieförderung

Prien verteidigt Neuausrichtung der Demokratieförderung


Prien verteidigt Neuausrichtung der Demokratieförderung
Prien verteidigt Neuausrichtung der Demokratieförderung / Foto: © AFP/Archiv

Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat die geplante Neuausrichtung der Demokratieförderung und die Streichung bestimmter Förderprojekte gegen Kritik verteidigt. Nicht weitergeführt würden zukünftig beispielsweise "Innovationsprojekte", bei denen "Vielfalt" als eigenständiges Förderziel gegolten habe, sagte Prien der Wochenzeitung "Zeit". "Vielfalt allein" sei aus ihrer Sicht "kein ausreichendes Förderziel". Sie wolle "mehr die stille Mitte erreichen".

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Prien hatte im März angekündigt, sie wolle das Programm "Demokratie leben!" neu aufstellen und dabei zahlreichen bisher geförderten Projekten die Mittel streichen. Sie begründete ihre Pläne damit, dass eine höhere Effizienz beim Einsatz der Fördersumme von derzeit 191 Millionen Euro im Jahr erreicht werden solle.

Das 2015 gestartete Bundesprogramm "Demokratie leben!" verfolgt das Ziel, zivilgesellschaftliches Engagement zu stärken und für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander zu sorgen. Teil des Auftrags ist auch die Arbeit gegen Radikalisierung und Polarisierung in der Gesellschaft.

Statt Nichtregierungsorganisationen, die sich speziell der Demokratieförderung widmen, sollen nach Priens Vorstellungen künftig verstärkt andere Institutionen eingebunden werden: etwa Schulen und Berufsschulen, freiwillige Feuerwehren, Sportvereine, Gruppen wie die Landjugend und Bibliotheken.

Die Pläne waren auf teils scharfe Kritik aus der Zivilgesellschaft gestoßen. Prien entgegnete nun in der "Zeit", es sei zum Beispiel nicht die Aufgabe des Programms "Demokratie leben!", "eine bestimmte Position in der Flüchtlingspolitik zu vertreten". Die Veränderung sei nötig, um der "Radikalisierung" in der Gesellschaft zu begegnen. "Dafür ist es sinnvoll, Regelstrukturen wie Schulen und Vereine stärker zu nutzen."

Von den Streichungen betroffen wären neben zahlreichen örtlichen Initiativen beispielsweise die Amadeu Antonio Stiftung, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Verein HateAid, das Medienunternehmen Correctiv, aber auch der Zentralrat der Juden und die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung.

(A.Nikiforov--DTZ)

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