Deutsche Tageszeitung - Wadephul fordert Ende des G20-Ausschlusses von Südafrika durch die USA

Wadephul fordert Ende des G20-Ausschlusses von Südafrika durch die USA


Wadephul fordert Ende des G20-Ausschlusses von Südafrika durch die USA
Wadephul fordert Ende des G20-Ausschlusses von Südafrika durch die USA / Foto: © AFP

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat ein Ende des faktischen Ausschlusses Südafrikas aus der G20-Gruppe durch die USA gefordert. "Als einziges afrikanisches G20-Mitglied hat Südafrikas Stimme globales Gewicht. Wir wollen, dass diese Stimme gehört wird", sagte Wadephul am Donnerstag in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria. Deutschland setze darauf, "dass diese Unterbrechung nicht dauerhaft ist, sondern dass Südafrika wieder als vollwertiges Mitglied im nächsten Jahr im G20-Rahmen mitarbeiten kann".

Textgröße ändern:

US-Präsident Donald Trump hatte vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen den USA und Südafrika das Land nicht zum kommenden G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen. Um den USA entgegenzukommen, verzichtete Frankreich auch darauf, Südafrika wie geplant als Gastland zum G7-Gipfel im Juni in Evian einzuladen, und lud stattdessen Kenia ein.

Hintergrund des Konfliktes sind unter anderem Südafrikas Klage 2023 gegen Israel vor dem Internationalen Strafgerichtshof und der Umgang der südafrikanischen Regierung mit weißen Farmern. US-Präsident Donald Trump hatte in diesem Zusammenhang von "Völkermord" gesprochen, was nicht durch Fakten gedeckt ist. Die USA hatten den G20-Gipfel 2025 in Südafrika boykottiert.

Der südafrikanische Außenminister Roland Lamola kritisierte den Ausschluss seines Landes durch die USA. "Was soll das für ein G20-Gipfel sein, wenn ein Gründungsmitglied des G20 nicht mit am Tisch sitzt?", fragte er am Donnerstag bei der Pressebegegnung mit Wadephul. Südafrika sei weiterhin bereit, an dem Gipfeltreffen teilzunehmen. Wadephul sagte seinem Amtskollegen zu, "die Anliegen Südafrikas im G20-Rahmen zu Gehör zu bringen".

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Linke befürchtet durch Regierungspolitik drastische Zunahme von Armut

Die Linkspartei befürchtet durch die Politik der Bundesregierung eine drastische Zunahme von Armut in Deutschland. "Das ist ein sozialer Erdrutsch, der sich da anbahnt", sagte Vorstandsmitglied Ulrich Scheider am Montag in Berlin, bei der Vorstellung einer "Sozialabbau-Bilanz" seiner Partei. Demnach dürften mehr als acht Millionen Menschen in Deutschland durch die beschlossenen oder geplanten Reformen ärmer werden, vor allem Menschen mit kleineren Einkommen.

Schon fast 1000 Übergriffe: DB Regio kündigt Tonaufnahmen bei Bodycams an

In den Regionalzügen der Deutschen Bahn (DB) ist es im ersten Halbjahr zu fast 1000 Übergriffen auf Zugbegleiterinnen und -begleiter gekommen. Insgesamt gab es 989 Übergriffe, wie die DB Regio am Montag mitteilte. Darunter fielen 781 Fälle von einfacher Körperverletzung (Schubsen, Greifen, Bespucken) sowie 185 Fälle von versuchter Körperverletzung. 22 Beschäftigte wurden Opfer schwerer Körperverletzungen. Das Unternehmen kündigte an, ab Herbst starte ein Pilotprojekt zur Tonaufzeichnung der Bodycams.

Drohnenabwehr an Flughäfen: Regierung weist Forderung nach Bundeswehreinsatz zurück

Die Bundesregierung hat Forderungen nach einer erweiterten Zuständigkeit der Bundeswehr für die Drohnenabwehr an Flughäfen zurückgewiesen. Es seien "zu viel Fläche, zu viel Raum, zu viel Kilometer", die die Bundeswehr dann schützen müsste, sagte am Montag in Berlin ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Dies gehe nur im Verbund. So seien zuerst die Betreiber der Flughäfen und die für die innere Sicherheit zuständigen Behörden gefragt.

E-Mail-Anbieter: Weniger Spam im ersten Halbjahr - dafür aber gezielter

Die deutschen E-Mail-Anbieter Web.de und GMX haben in den ersten sechs Monaten des Jahres bei den Spam-Mails einen deutlichen Rückgang von rund 45 Prozent verzeichnet. Das Spam-Aufkommen habe sich von rund 1,8 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf rund 990 Millionen verdächtige Mails pro Woche "nahezu halbiert", erklärten die beiden Anbieter am Montag. Sie warnten allerdings, dass Phishing-Mails nun deutlich präziser auf die Empfänger zugeschnitten würden.

Textgröße ändern: