Deutsche Tageszeitung - Gedenktag: Mahnungen zu besserem Schutz für Sinti und Roma

Gedenktag: Mahnungen zu besserem Schutz für Sinti und Roma


Gedenktag: Mahnungen zu besserem Schutz für Sinti und Roma
Gedenktag: Mahnungen zu besserem Schutz für Sinti und Roma / Foto: © AFP/Archiv

Der Antiziganismusbeauftragte der Bundesregierung, Michael Brand, hat größere Anstrengungen zum Schutz von Sinti und Roma in Deutschland angemahnt. Der Umgang mit Minderheiten zeige, wie es um eine Demokratie bestellt sei, sagte Brand am Sonntag im Deutschlandfunk anlässlich des europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma. "Die Sinti und Roma sind Teil von Deutschland", hob der CDU-Politiker hervor.

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"Diskriminierung findet an ganz vielen Stellen auch heute weiter statt und sie hat zugenommen", warnte Brand. Minderheiten würden wieder vermehrt "zur Zielscheibe gemacht" und Stereotype über sie verbreitet. Er verwies aber auch auf positive Entwicklungen. "Wir übernehmen Verantwortung für den Schutz von Minderheiten heute", sagte der Regierungsbeauftragte.

Brand wies darauf hin, dass die Bundesregierung Anfang Juli beschlossen habe, eine Aufarbeitungskommission zum Unrecht an Sinti und Roma in der Zeit nach 1945 einzusetzen. "Das ist unglaublich spät", räumte er ein. Er sei aber "froh, dass das jetzt gelungen ist". Es sei aus seiner Sicht "notwendig, dass man das aufarbeitet", denn Diskriminierung aus der NS-Zeit habe sich danach vielfach in anderer Form fortgesetzt - etwa beim Umgang mit Behörden oder bei der Wohnungsuche.

Im Zeitraum von 1933 bis 1945 waren bis zu 500.000 Sinti und Roma von den Nationalsozialisten ermordet worden. Allein in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 starben rund 4300 von ihnen im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Dort findet an diesem Sonntag eine Gedenkfeier statt, an der auch Brand teilnimmt.

(V.Sørensen--DTZ)

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