Deutsche Tageszeitung - Quallen und Hitze legen ein Fünftel von Frankreichs Atomstromproduktion lahm

Quallen und Hitze legen ein Fünftel von Frankreichs Atomstromproduktion lahm


Quallen und Hitze legen ein Fünftel von Frankreichs Atomstromproduktion lahm
Quallen und Hitze legen ein Fünftel von Frankreichs Atomstromproduktion lahm / Foto: © AFP

Hitze und Dürre sowie eine Quallenplage haben in Frankreich rund ein Fünftel der Atomstromproduktion lahmgelegt. 20,4 Prozent der Reaktorkapazität des Landes war am Mittwoch außer Betrieb, wie aus AFP-Berechnungen auf Basis von Daten des Atomenergieunternehmens EDF hervorgeht. Grund ist neben fehlendem Kühlwasser wegen der anhaltenden Dürre vor allem ein massives Aufkommen von Quallen im Ärmelkanal, das die Meerwasserpumpen eines dortigen Akws beeinträchtigt.

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Drei der sechs Reaktoren des Atomkraftwerks Gravelines in Nordfrankreich mussten deshalb abgeschaltet werden. Ein weiterer Reaktur wurde auf halbe Kraft heruntergefahren, wie EDF am Dienstag mitteilte. Außerdem ist ein weiterer Reaktor ohnehin wegen Wartungsarbeiten derzeit nicht am Netz. Gravelines in der Normandie zwischen Calais und Dünkirchen ist das größte Atomkraftwerk Westeuropas.

Die vielen Quallen an der Küste Nordfrankreichs sind ein regelmäßiges und saisonbedingtes Phänomen. Experten zufolge werden Meldungen über große Schwärme in diesem Gebiet aber jeden Sommer häufiger. Weltweit vermehren sich die Quallen, ein Grund dafür ist der Anstieg der Meerestemperaturen im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung. Hinzu kommen Überfischung und Plastikverschmutzung.

Frankreich deckt rund 70 Prozent seines Strombedarfs durch Kernkraftwerke. Insgesamt verfügt das Land über 57 Reaktoren. Acht von ihnen sind derzeit außer Betrieb und fünf weitere laufen nicht mit voller Kraft. Neben dem Akw Gravelines sind die Abschaltungen oder Produktionskürzungen bei anderen Reaktoren auf extreme Hitze und Dürren zurückzuführen, wodurch den Kraftwerken das für die Kühlung benötigte Wasser fehlt.

(V.Sørensen--DTZ)

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