Deutsche Tageszeitung - Deutsche Bahn bietet Service-Mitarbeitenden an Bahnhöfen Ausrüstung mit Bodycams an

Deutsche Bahn bietet Service-Mitarbeitenden an Bahnhöfen Ausrüstung mit Bodycams an


Deutsche Bahn bietet Service-Mitarbeitenden an Bahnhöfen Ausrüstung mit Bodycams an
Deutsche Bahn bietet Service-Mitarbeitenden an Bahnhöfen Ausrüstung mit Bodycams an / Foto: © AFP/Archiv

Angriffe auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) treffen nicht nur das Sicherheitspersonal oder Zugbegleiter, sondern auch immer wieder Beschäftigte im Bahnhofsservice. Um die Sicherheit nach dem im Juli angekündigten Alkoholverbot weiter zu verbessern, sollen deshalb nun auch Service-Mitarbeitende des Konzerns die Möglichkeit bekommen, eine Bodycam zu tragen. Wie die DB am Donnerstag mitteilte, betrifft dies 2700 Kolleginnen und Kollegen im Bahnhofsservice sowie der Stationsbetreuung.

Textgröße ändern:

"Unsere Mitarbeitenden sollen besser geschützt sein", erklärte die Vorständin Personenbahnhöfe der Bahn-Infrastrukturtochter DB Infrago, Katja Hüske. "Dafür können sie jetzt auch auf eine Bodycam als Teil der persönlichen Schutzausrüstung zugreifen", führte sie aus. "Nach dem Alkoholkonsumverbot ergänzen wir damit einen weiteren Baustein im Sicherheitskonzept der Bahnhöfe."

Schrittweise mit Bodycams ausgestattet werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Bahnhöfen demnach ab sofort. Die ersten Geräte seien bereits etwa in den Hauptbahnhöfen Frankfurt am Main und Bielefeld im Einsatz, erklärte die Bahn. Die Nutzung bleibt aber freiwillig.

Der Konzern hob hervor, dass die am Körper befestigten Kameras eine "präventive Wirkung" hätten und "Gewalttaten gegen DB-Mitarbeitende" verringerten. Zudem dienten die Bodycams "der Deeskalation von Konfliktsituationen". Mitarbeitende der DB-Sicherheit sind bereits seit Jahren mit Bodycams an den Bahnhöfen unterwegs.

Die Deutsche Bahn treibt derzeit ihre Bemühungen für mehr Sicherheit an Bahnhöfen voran. Im Juli hatte der Konzern angekündigt, bis zum 15. Oktober dieses Jahres schrittweise das Trinken von Alkohol an allen deutschen Bahnhöfen zu verbieten und war damit auf viel Zuspruch gestoßen. "Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt", erklärte Konzernchefin Evelyn Palla damals zur Begründung.

Die Zahl der Angriffe auf Bahn-Mitarbeitende steigt nach Angaben des Konzerns seit Jahren. "Im ersten Halbjahr 2026 kam es zu 50 Übergriffen gegen Servicemitarbeitende in den Bahnhöfen", erklärte die Bahn am Donnerstag. Rund 300-mal seien außerdem Sicherheitskräfte in Zügen oder am Bahnhof angegriffen worden.

In Regionalzügen kam es im gleichen Zeitraum demnach zu 989 Angriffen auf Mitarbeitende der DB Regio; 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien Opfer schwerer Körperverletzungen geworden. Bundesweit Entsetzen ausgelöst hatte der tödliche Angriff auf den 36-jährigen Zugbegleiter eines Regionalzuges in Rheinland-Pfalz Anfang Februar.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Gegenstand absichtlich in Gleisbett gelegt: Zugverkehr in Treuchtlingen eingestellt

Ein absichtlich im Gleisbett abgelegter Gegenstand hat im bayerischen Treuchtlingen wegen Sprengstoffverdachts für stundenlange Einschränkungen im Bahnverkehr gesorgt. Obwohl der Sprengstoffverdacht nach Untersuchungen entkräftet werden konnte, blieb der Bahnverkehr gesperrt, teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Grund für die fortdauernde Sperrung sei, dass es sich wohl um eine vorsätzliche Tat handle. Die Kriminalpolizei sichere Spuren.

Prognose: Millioneneinbußen für Getreidebauern wegen Hitze

Die anhaltende Hitze in diesem Sommer beeinträchtigt die Getreideernte in Deutschland. "Nach Berechnungen des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) gingen seit Mitte Juni rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps aufgrund der Hitze verloren", erklärte der Genossenschaftsverband am Donnerstag. "Die daraus resultierenden Einnahmeverluste belaufen sich auf mehr als 600 Millionen Euro."

Britisches Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal etwas verlangsamt

Das britische Wirtschaftswachstum ist im zweiten Quartal etwas geringer ausgefallen als zu Jahresbeginn. Die Wirtschaftsleistung legte um 0,4 Prozent zu, nach 0,6 Prozent im ersten Quartal, wie das Nationale Statistikamt (ONS) am Donnerstag mitteilte. "Das Wachstum hat sich verlangsamt (...), blieb aber relativ robust", erklärte ONS-Statistikerin Liz McKeown. Demnach war "der Dienstleistungssektor erneut der wichtigste Motor" der Wirtschaft.

Schlüsselfertige Immobilie gesucht: Bundesbank beginnt Vergabeverfahren für Zentrale

Nach der Aufgabe ihrer teuren Umbaupläne hat die Bundesbank ein europaweites Vergabeverfahren für den Kauf eines neuen Standorts in Frankfurt gestartet. Ziel sei der "Erwerb einer schlüsselfertigen Immobilie - als Neubau oder kernsanierte Bestandsimmobilie - einschließlich eines Grundstücks im Stadtgebiet Frankfurt", erklärte die Notenbank am Donnerstag. Die neue Zentrale soll demnach etwa 2500 Arbeitplätze sowie rund 15.000 Quadratmeter Nutzfläche für "Sonder- und Funktionsbereiche" bieten.

Textgröße ändern: