Deutsche Tageszeitung - Dax-Konzerne verdienen im zweiten Quartal so viel wie nie - und streichen 41.000 Jobs

Dax-Konzerne verdienen im zweiten Quartal so viel wie nie - und streichen 41.000 Jobs


Dax-Konzerne verdienen im zweiten Quartal so viel wie nie - und streichen 41.000 Jobs
Dax-Konzerne verdienen im zweiten Quartal so viel wie nie - und streichen 41.000 Jobs / Foto: © AFP/Archiv

Die Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) haben einer Analyse zufolge im zweiten Quartal von April bis Juni so viel verdient wie nie: Der operative Gewinn der 40 Konzerne stieg um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf den Rekordwert von 52,6 Milliarden Euro, wie die Beratungsgesellschaft EY am Freitag mitteilte. Getragen werde dies Wachstum aber von wenigen Branchen. Binnen eines Jahres strichen die Dax-Konzerne zudem 41.000 Stellen.

Textgröße ändern:

Der operative Gewinn der Dax-Unternehmen lag laut EY zehn Prozent über dem bisherigen Höchstwert aus dem zweiten Quartal 2024. Auch der Gesamtumsatz erreichte demnach mit rund 463 Milliarden Euro einen neuen Bestwert. Er stieg um 4,6 Prozent.

Getragen werde das Umsatz- und Gewinnwachstum maßgeblich von einigen wenigen Branchen, die derzeit von außergewöhnlichen Sonderkonjunkturen profitieren, betonte EY - von der Rüstungsindustrie über die Profiteure des weltweiten KI- und Rechenzentren-Booms bis hin zu Chemieunternehmen, die aufgrund der Spannungen im Nahen Osten und den daraus resultierenden Versorgungsengpässen in Asien die Preise anheben konnten.

Bei vielen klassischen Industriekonzernen sei von einer Trendwende dagegen nichts zu spüren. Die Autokonzerne im Dax etwa verzeichneten im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 1,2 Prozent und einen Gewinneinbruch um zwölf Prozent, wie EY berechnete.

Die Beschäftigung in den größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands geht laut EY weiter zurück: Zum 30. Juni zählten die Unternehmen rund 3,49 Millionen Mitarbeitende, das waren 1,2 Prozent oder 41.000 weniger als ein Jahr zuvor.

Jan Brorhilker von EY erklärte: "Die aktuellen Gewinnsprünge sind vielfach externen Sonderfaktoren zu verdanken, nicht einer neu gewonnenen Wettbewerbsstärke." Sie könnten genauso schnell wieder verschwinden, wie sie gekommen sind. "Denn: Zu große Verwaltungsapparate, eine hohe Anfälligkeit gegenüber geopolitischen Krisen und einer neuen Welle von Zöllen und Abschottung sowie zu hohe Kosten am Standort Deutschland - diese Grundprobleme bestehen unverändert fort." Selbst wenn die Konjunktur wieder anspringen sollte, bliebe der Druck daher hoch.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Fast zwei Billionen: US-Neuverschuldung steigt unter Trump auf Fünf-Jahres-Hoch

Die Neuverschuldung der USA ist trotz der von Präsident Donald Trump angekündigten Ausgabenkürzungen auf den höchsten Stand seit 2021 gestiegen. Im Haushaltsjahr 2026, das Ende September endete, betrug das Defizit 1,99 Billionen Dollar und damit zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Finanzministerium am Freitag in Washington mitteilte.

Selenskyj setzt nach Streit mit Trump verstärkt auf die Europäer

Wenn es mit den USA knirscht, kann die Ukraine immer noch auf Europa zählen: Das versicherten sich EU-Staats- und Regierungschefs und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am zweiten Tag des EU-Gipfels gegenseitig. "Unterstützung und nur Unterstützung" habe er von seinen EU-Kollegen erhalten, sagte Selenskyj am Freitag vor Journalisten in Brüssel. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte unterdessen Verständnis dafür, dass die Ukraine ihre Angriffe auf Russland fortsetzt.

Merz nach Einigung mit Frankreich: Verbrenner-Aus ist "damit Geschichte"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich angesichts der deutsch-französischen Einigung zur Autoindustriepolitik erleichtert gezeigt. "Ich will es mal ganz einfach so sagen: Das Verbrenner-Aus ist dann damit Geschichte", sagte Merz zum Ende des EU-Gipfels in Brüssel am Freitag. Er sei "sehr dankbar", dass dies gelungen sei.

Nach Diesel-Deal: Selenskyj warnt vor weiteren Lockerungen bei Sanktionen

Angesichts der derzeit angespannten Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Brüssel der Unterstützung seiner europäischen Verbündeten versichert. Er habe von seinen europäischen Kollegen "Unterstützung und nur Unterstützung" erhalten, sagte Selenskyj am Rande des EU-Gipfels am Freitag vor Journalisten. Mit Blick auf die Drosselung des Satelliten-Kommunikationsdienstes Starlink bemerkte er, die Geschwindigkeit sei noch nicht wieder voll hergestellt.

Textgröße ändern: