Deutsche Tageszeitung - Konkurrenz für Eurostar auf Ärmelkanal-Bahnstrecke wird wahrscheinlicher

Konkurrenz für Eurostar auf Ärmelkanal-Bahnstrecke wird wahrscheinlicher


Konkurrenz für Eurostar auf Ärmelkanal-Bahnstrecke wird wahrscheinlicher
Konkurrenz für Eurostar auf Ärmelkanal-Bahnstrecke wird wahrscheinlicher / Foto: © AFP

Das Bahn-Unternehmen Eurostar könnte bald erstmals Konkurrenz auf der Strecke durch den Eurotunnel von London nach Paris bekommen. Die britische Verkehrsaufsicht ORR gab am Montag dem Unternehmen Virgin grünes Licht für die Nutzung der Strecke ab 2030. Die Firma des Unternehmers Richard Branson will nach dessen Angaben den Zugverkehr durch den Eurotunnel "aufmischen".

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"Dies ist ein wichtiger nächster Schritt, um Wettbewerb und Wachstum auf dem Markt für internationale Bahnverbindungen zu fördern", sagte Martin Jones von der ORR. "Auch wenn noch viel zu tun bleibt, unterstützen wir Virgin und die gesamte Branche dabei, das Angebot an internationalen Verbindungen auszubauen."

Im vergangenen Jahr hatte Virgin grünes Licht der ORR für die Nutzung des Bahnbetriebswerks Temple Mills im Osten Londons erhalten. Der Betriebshof ist aktuell der einzige Standort auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen London und dem Ärmelkanaltunnel für Unterbringung und Instandhaltung der Züge.

Bevor Virgin den Betrieb tatsächlich aufnehmen kann, muss das Unternehmen allerdings noch Züge für die Strecke beschaffen. Nach Angaben des Unternehmens gibt es eine entsprechende Vereinbarung mit dem Zugbauer Alstom. Auch fehlen noch grünes Licht anderer Schiennetze sowie Sicherheitsgenehmigungen von britischen und EU-Behörden.

Seit Eröffnung des Tunnels durch den Ärmelkanal 1994 hat Eurostar auf der Strecke ein Monopol inne. Der Eurotunnel ist nur zu etwa 50 Prozent ausgelastet, frühere potenzielle Konkurrenten waren an Vorschriften und begrenzten Bahnhofskapazitäten gescheitert. Eurostar betreibt derzeit Züge von London zu Zielen wie Paris, Brüssel und Amsterdam.

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen eine Rekordzahl von 19,5 Millionen Passagieren befördert, was auch auf Besucher der Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris zurückging. In Umfragen geben aber viele Reisende an, statt den Eurostar lieber ein Flugzeug zu nehmen - vor allem aufgrund der als zu hoch empfundenen Ticketpreise.

(L.Møller--DTZ)

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