Deutsche Tageszeitung - Niedrige Speicherstände: Verbraucherschützer warnen vor steigenden Gaspreisen

Niedrige Speicherstände: Verbraucherschützer warnen vor steigenden Gaspreisen


Niedrige Speicherstände: Verbraucherschützer warnen vor steigenden Gaspreisen
Niedrige Speicherstände: Verbraucherschützer warnen vor steigenden Gaspreisen / Foto: © AFP

Angesichts der geringen Füllstände der Gasspeicher hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) vor steigenden Preisen für Gaskunden gewarnt. "Niedrige Speicherstände würden die bereits angespannte Lage auf den Energiemärkten in der kommenden Heizsaison weiter verschärfen", sagte vzbv-Vorständin Ramona Pop der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). "Für Privathaushalte kann das höhere Energiepreise bedeuten."

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Dem Vergleichsportal Verivox zufolge sind die Preise für Neukunden bereits deutlich gestiegen. Die günstigsten Angebote lagen demnach Anfang März noch bei rund acht Cent pro Kilowattstunde, inzwischen sind es zehn Cent. "Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bedeutet das höhere Kosten von rund 400 Euro", erklärte Verivox.

"Am schnellsten steigen die Preise für Neukunden, da diese Angebote üblicherweise besonders streng kalkuliert sind", erklärte der Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. "Mit der Zeit werden aber auch die Preise für Bestandskunden erhöht."

Die deutschen Gasspeicher sind derzeit nur zu gut 50 Prozent gefüllt. Grund sind die seit Monaten hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Krieges. Die Sperrung der Straße von Hormus hat das weltweite Angebot an Flüssigerdgas reduziert. Asiatische Länder, die Gas üblicherweise aus den Golfstaaten beziehen, weichen auf andere Lieferanten aus.

"Wir beobachten die Gasspeicherstände sehr genau und sehen die möglichen Herausforderungen für den kommenden Winter", sagte Verbraucherschützerin Pop. "Die Einkaufspreise für Gas steigen seit Beginn des Krieges im Nahen Osten deutlich." Pop riet Gaskunden nun zur Vorsicht: "Verbraucherinnen und Verbraucher sollten jetzt prüfen, ob ihr Vertrag über den Winter hinaus eine Preisbindung vorsieht", sagte sie. "Das schützt zunächst vor steigenden Preisen."

Zugleich lohne es sich, "Preise zu vergleichen und gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln", sagte Pop. "Das gilt insbesondere für Haushalte in der Grundversorgung."

Das betont auch Verivox. "Die Gaspreise bei günstigen Neuverträgen sind derzeit immer noch deutlich niedriger als das Preisniveau vieler Bestandskunden", erklärte das Portal. "Ein Wechsel funktioniert auch, wenn der eigene Vertrag noch einige Monate läuft: Es gibt Versorger, bei denen man sich die heutigen Konditionen für bis zu zwölf Monate im Voraus sichern lassen kann."

(U.Kabuchyn--DTZ)

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