Deutsche Tageszeitung - AOK-Bundesverband fordert mehr Prävention - Kritik an niedrigen Preisen für Tabak und Alkohol

AOK-Bundesverband fordert mehr Prävention - Kritik an niedrigen Preisen für Tabak und Alkohol


AOK-Bundesverband fordert mehr Prävention - Kritik an niedrigen Preisen für Tabak und Alkohol
AOK-Bundesverband fordert mehr Prävention - Kritik an niedrigen Preisen für Tabak und Alkohol / Foto: © AFP

Der AOK-Bundesverband fordert in der Debatte um die Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung mehr vorbeugende Gesundheitsmaßnahmen und sieht vor allem bei Tabak und Alkohol Handlungsbedarf. "Wir müssen bei der Prävention besser werden. Wir tun in Deutschland zu wenig dafür, dass Menschen gar nicht erst krank werden", sagte die Vorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Carola Reimann, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben).

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Bei Tabak und Alkohol gebe es "eine permanente Verfügbarkeit und sehr niedrige Preise", sagte Reimann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle, gesundheitsschädliche Lebensmittel und Genussmittel zu verteuern und ihre Verfügbarkeit einzuschränken. "Das könnte heißen, dass Alkohol nicht an jeder Tankstelle verkauft wird", sagte Reimann.

Mit Blick auf die Finanzen der Kassen warnte Reimann vor weiter steigenden Zusatzbeiträgen. "Im Moment kann niemand ausschließen, dass die Zusatzbeiträge weiter ansteigen", sagte sie. Die Kassen hätten im ersten Halbjahr zwar mehr als zwei Milliarden Euro Überschuss erzielt. Das sei aber "nur die halbe Wahrheit". Die Leistungsausgaben stiegen weiter um sieben bis acht Prozent. "Das eigentliche Problem ist die Ausgabenseite. Die ist ungebremst dynamisch."

Das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz mit Einsparungen von 18 Milliarden Euro hält Reimann für nicht ausreichend. "Die ursprünglichen Schätzungen zur Finanzlücke im kommenden Jahr sind jetzt schon Makulatur." Zusätzliche Einsparpotenziale sieht sie unter anderem bei den Arzneimittelkosten. Zudem müsse der Bund bei gesamtgesellschaftlichen Aufgaben stärker Verantwortung übernehmen.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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