Trotz Irankriegs: Deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen
Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gewachsen. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden korrigierte eine erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von Ende Juli am Dienstag um 0,1 Prozentpunkte nach oben. "Die Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft vom Jahresbeginn setzt sich fort", erklärte Statistikamt-Präsidentin Ruth Brand.
Im Vergleich zur ersten Schätzung entwickelten sich den Statistikern zufolge unter anderem die Umsätze im Groß- und Einzelhandel deutliche positiver. Außerdem seien die Exportzahlen wegen neu vorliegender Informationen zum Außenhandel im Juni "merklich nach oben revidiert" worden. Bereits Ende Juli hatte das Statistikamt insbesondere die gute Exportentwicklung als Konjunkturtreiber identifiziert.
Die Warenexporte legten den aktualisierten Daten zufolge im zweiten Quartal um 2,6 Prozent zu, während die Dienstleistungsexporte konstant blieben. Insgesamt ergab sich so ein Exportplus von 2,0 Prozent. Ähnlich sah es bei den Importen aus: Die Warenimporte stiegen um 2,1 Prozent, die Dienstleistungsbezüge aus dem Ausland um 0,3 Prozent. Insgesamt ergab dies einen Anstieg um 1,5 Prozent.
Die Bruttowertschöpfung stieg um 0,4 Prozent. Ein deutliches Plus von 0,9 Prozent gab es im Verarbeitenden Gewerbe, vor allem in der Herstellung von chemischen Erzeugnissen und elektrischer Ausrüstungen. Im Baugewerbe gab es ein leichtes Minus von 0,1 Prozent - "damit schwächte sich die Abwärtsdynamik der vergangenen Quartale zumindest ab", erklärte das Statistikamt.
Im Dienstleistungsbereich stieg in fast allen Unterbereichen die Wirtschaftsleistung. Deutliche Zuwächse im Vorquartalsvergleich erzielten der Bereich Information und Kommunikation, das Grundstücks- und Wohnungswesen sowie die Öffentlichen Dienstleister (jeweils +0,6 Prozent). Nur die Finanz- und Versicherungsdienstleister mussten ein Minus bei der Bruttowertschöpfung hinnehmen.
(P.Tomczyk--DTZ)