Deutsche Tageszeitung - Angriffe auf deutsche Wirtschaft: Spur führt häufiger zu ausländischen Geheimdiensten

Angriffe auf deutsche Wirtschaft: Spur führt häufiger zu ausländischen Geheimdiensten


Angriffe auf deutsche Wirtschaft: Spur führt häufiger zu ausländischen Geheimdiensten
Angriffe auf deutsche Wirtschaft: Spur führt häufiger zu ausländischen Geheimdiensten / Foto: © AFP/Archiv

Angriffe auf die deutsche Wirtschaft in Form von Datendiebstahl oder Sabotage werden von den Unternehmen immer häufiger fremden Nachrichtendiensten zugeordnet. Zwar bleibe die Organisierte Kriminalität weiter die "wichtigste Tätergruppe", teilte der Digitalverband Bitkom am Mittwoch zur Vorstellung des neuen Wirtschaftsschutzberichts mit. Jedoch konnten demnach 37 Prozent der betroffenen Unternehmen mindestens einen Angriff in den vergangenen zwölf Monaten einem fremden Nachrichtendienst zuschreiben - deutlich mehr als im Vorjahr.

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In diesem Bereich sei eine "dramatische Erhöhung" zu verzeichnen, sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst bei einer Pressekonferenz in Berlin. Ein Jahr zuvor hatten lediglich 28 Prozent der von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffenen Unternehmen dies einem ausländischen Geheimdienst zuordnen können. 2023 waren es sogar erst sieben Prozent gewesen.

Insgesamt waren laut der Bitkom-Studie, für die von Mitte April bis Anfang Juni repräsentativ 1003 Unternehmen in Deutschland ab einer Größe zehn Beschäftigten befragt wurden, in den vergangenen zwölf Monaten 96 Prozent aller Unternehmen von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen oder vermuten dies. Das entspricht in etwa dem Vorjahresniveau von 97 Prozent.

Allerdings können immer weniger Unternehmen mit Sicherheit sagen, ob ein solcher Angriff tatsächlich stattgefunden hat: Nur noch 67 Prozent der Firmen geben dies an - vor einem Jahr waren es noch 87 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil derer, die einen Angriff vermuten, aber nicht sicher belegen können, von zehn auf 29 Prozent gestiegen.

Dementsprechend schwerer zu beziffern ist auch die Schadenssumme für die deutsche Wirtschaft, die im vergangenen Jahr mit 289 Milliarden Euro angegeben worden war. Erstmals wird wegen der höheren Unsicherheit nun ein "Schadenskorridor" benannt. Er liegt bei 211 bis 270,8 Milliarden Euro und umfasst direkte Kosten - etwa durch Betriebsausfälle, Erpressung oder Umsatzeinbußen durch Plagiate und den Verlust von Wettbewerbsvorteilen.

"Das Dunkelfeld bei Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage wird größer", erklärte Bitkom-Präsident Wintergerst. "Fast alle Unternehmen sind von Angriffen nachweislich betroffen oder vermuten es, dabei sind ausländische Nachrichtendienste deutlich häufiger die Täter." Er verwies darauf, dass Nachrichtendienste professioneller und verdeckter arbeiteten und so die angegriffenen Unternehmen vor neue Herausforderungen stellten. "Zugleich erhalten auch weniger professionelle Angreifer durch KI ganz neue Möglichkeiten", fügte er mit Blick auf Künstliche Intelligenz (KI) hinzu.

Mehr als die Hälfte der sicher betroffenen Unternehmen (52 Prozent), konnte nach Bitkom-Angaben mindestens einen Angriff nach China zurückverfolgen. Im Vorjahr waren es 46 Prozent. Dahinter folgt Russland mit 49 Prozent nach 46 Prozent 2025. Neu als relevanter Akteur der Wirtschaftskriminalität ist dem Digitalverband zufolge der Iran hinzugekommen: Neun Prozent der Unternehmen hätten Angriffe in den Iran zurückverfolgen können, im Vorjahr seien es lediglich vier Prozent gewesen.

(L.Møller--DTZ)

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