Deutsche Tageszeitung - Infracore bewertet das See-Spital Horgen mit rund 140 Millionen Franken

Infracore bewertet das See-Spital Horgen mit rund 140 Millionen Franken


Infracore bewertet das See-Spital Horgen mit rund 140 Millionen Franken
Infracore bewertet das See-Spital Horgen mit rund 140 Millionen Franken

Nach dem Kauf des See-Spitals Horgen steigt der Wert des Infracore-Portfolios auf 1,53 Milliarden Franken. Daraus ergibt sich für den Standort ein Wert von rund 140 Millionen Franken.

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Der Gesundheitsimmobilienkonzern Infracore bewertet das See-Spital in Horgen rechnerisch mit rund 140 Millionen Franken. Das geht aus dem ersten Geschäftsbericht seit dem Börsengang im Juli hervor. Das Immobilienportfolio war Ende Juni mit 1,39 Milliarden Franken angesetzt und erreicht nach dem Erwerb in Horgen 1,53 Milliarden Franken.

Infracore hat die vier Spitalgebäude am Zürichsee mit gut 27.000 Quadratmetern Mietfläche übernommen. Die bisherige Stiftung führt den Krankenhausbetrieb fort und hat mit der Immobiliengesellschaft einen langfristigen Mietvertrag geschlossen. Das Grundstück umfasst rund 24.000 Quadratmeter.

Das Unternehmen erwartet, dass der Umbau des Gesundheits- und Spitalsektors die Nachfrage nach sogenannten Sale-and-leaseback-Transaktionen erhöht. Dabei verkauft ein Betreiber seine Immobilien und nutzt sie anschließend auf Grundlage eines Mietvertrags weiter. Ein Teil der Erlöse aus dem Börsengang soll in den Ausbau dieser Geschäftspipeline fließen.

Die Projektliste von Infracore umfasst nicht nur klassische Krankenhausgebäude. Vorgesehen oder bereits im Bau sind neue Operationssäle, Arztpraxen und Patientenzimmer, Erweiterungen bestehender Klinikstandorte, der Ersatz älterer Gebäude sowie eine geriatrische Klinik am früheren Standort der Klinik Lindberg. Hinzu kommen altersgerechtes und medizinisch begleitetes Wohnen, ambulante Zentren und ein Campus für regenerative Medizin in Lugano.

Einen Schwerpunkt bilden drei Ausbauprojekte auf dem Gelände der Privatklinik Bethanien in Zürich. Sie sollen zusammen etwa 7500 Quadratmeter zusätzliche Mietfläche schaffen. Die geplanten Baukosten belaufen sich insgesamt auf 46,4 Millionen Franken.

Das größte Vorhaben ist ein neuer Spitaltrakt mit rund 4500 Quadratmetern Fläche. Er soll unter anderem Operationssäle, Arztpraxen und Patientenzimmer aufnehmen. Infracore rechnet mit Baukosten von etwa 27 Millionen Franken und jährlichen Mieterträgen von rund 2,1 Millionen Franken. Der Bau ist für die Jahre 2029 bis 2031 vorgesehen.

Bis 2029 soll außerdem die Erweiterung „La Galette“ umgesetzt werden. Ein bestehendes Erdgeschoss wird dabei um 326 Quadratmeter vergrößert; die Kosten werden mit rund 1,4 Millionen Franken angegeben. Ein weiterer Neubau soll 2700 Quadratmeter Mietfläche schaffen. Dafür sind rund 18 Millionen Franken Baukosten und 1,2 Millionen Franken Mietertrag vorgesehen. Ein Realisierungstermin wurde noch nicht genannt.

Infracore und Swiss Medical Network sind rechtlich getrennt, wirtschaftlich aber eng verbunden. Die Dachholding Aevis Victoria kontrolliert etwas mehr als 75 Prozent von Swiss Medical Network und hielt vor dem Börsengang 30 Prozent an Infracore. Infracore besitzt mehrere von Swiss Medical Network betriebene und gemietete Kliniken; auch im Management gibt es Überschneidungen.

Der Standort Bethanien hat innerhalb von Swiss Medical Network an Bedeutung gewonnen. Im Herbst 2024 wurden Aktivitäten der Klinik Pyramide dorthin verlegt, wodurch das Operationsvolumen stieg. Damals kündigte das Unternehmen Kapazitäten für bis zu 1000 zusätzliche Hospitalisationen an. Nach der Schließung der Privatklinik Lindberg in Winterthur verlagert das Netzwerk weitere medizinische Tätigkeiten nach Zürich.

(L.Møller--DTZ)

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