Deutsche Tageszeitung - "Export-Lawine": Chinas BYD verkauft massenhaft Plugin-Hybrid-Autos in Deutschland

"Export-Lawine": Chinas BYD verkauft massenhaft Plugin-Hybrid-Autos in Deutschland


"Export-Lawine": Chinas BYD verkauft massenhaft Plugin-Hybrid-Autos in Deutschland
"Export-Lawine": Chinas BYD verkauft massenhaft Plugin-Hybrid-Autos in Deutschland / Foto: © CN-STR/AFP

Der chinesische Autobauer BYD hat in den vergangenen Monaten mehr Plugin-Hybride in Deutschland verkauft als manch heimischer Hersteller. Im Mai lagen die Chinesen gemessen am Anteil aller neu zugelassenen Plugin-Hybride in Deutschland sogar auf Platz eins, wie aus einer Analyse des Center Automotive Research in Bochum (CAR) hervorgeht. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer spricht von einer "Export-Lawine" chinesischer Autos, die auch von der deutschen E-Autoprämie befeuert werde.

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Ab April kam BYD nach Angaben der Experten jeden Monat auf mehr als zehn Prozent Marktanteil bei den Neuanmeldungen von Plugin-Hybriden. Im Mai ließen die Chinesen mit einem Anteil von 15,4 Prozent alle deutschen Hersteller hinter sich.

Auf dem chinesischen Markt seien zuletzt auch die Verkäufe der heimischen Hersteller eingebrochen, erklärte Dudenhöffer. BYD verkaufte demnach im ersten Halbjahr in China rund 40 Prozent weniger als im Vorjahr. "Gleichzeitig stiegen die Exporte um über 70 Prozent auf rund 790.000 Fahrzeuge. Diese Exportwelle spürt man auch im deutschen Automarkt."

Mit seinen Plugin-Hybriden (PHEV) ist BYD demnach in Deutschland besonders erfolgreich. Der Anteil dieser Verbrenner-Autos mit einer zusätzlichen extern aufladbaren Batterie an den Neuzulassungen war zuletzt stetig angestiegen, auf 11,4 Prozent im Juli. Lange wurden sie hauptsächlich an gewerbliche Halter verkauft.

"Und ausgerechnet PHEV sollten als Brückentechnologie für die deutschen Autobauer gelten", erklärte Dudenhöffer. "Starke Verbrennungsmotoren mit Elektromotor Unterstützung lautete die Strategie." BYD setze auf einfache Motoren, mittlere Batterie-Kapazität und niedrige Preise - "und nimmt so den deutschen Autobauern ihre Führungsrolle im Heimatmarkt weg".

Den Analysen des CAR zufolge gewährt BYD zusätzlich massive Rabatte. "Nach unserer Einschätzung kann das als eine Art Export des Preiskriegs aus China interpretiert werden", erklärte Dudenhöffer.

Hinzu komme eine "desaströse Wirkung" der staatlichen Elektroprämie in Deutschland: "Der Kauf von Plug-In Hybriden wird mit einer maximalen staatlichen Prämie von 4.500 Euro unterstützt. Dabei gelten Einkommensgrenzen." Haushalte mit kleineren Einkommen kaufen eher günstige Autos - deshalb profitiert BYD massiv.

Die E-Auto-Prämie liegt in der Zuständigkeit des Bundesumweltministeriums. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) forderte angesichts der Flut chinesischer Fahrzeuge Zölle auf Plugin-Hybride wie bei reinen Elektroautos aus der Volksrepublik. "Bei der Elektromobilität wie bei der Batterieproduktion brauchen wir ein Level Playing Field mit China, also faire Wettbewerbsbedingungen", sagte er der "Rheinischen Post".

"Für rein batterieelektrische Autos gibt es schon Ausgleichszölle, für chinesische Plug-in-Hybride bislang nicht", legte Schneider dar. Dies müsse sich ändern. Chinesische Hersteller hätten allein schon wegen der massiven Unterbewertung der chinesischen Währung unfaire Vorteile.

(O.Tatarinov--DTZ)

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