Deutsche Tageszeitung - Preise für Werbung: US-Behörde und 22 Bundesstaaten klagen gegen Amazon

Preise für Werbung: US-Behörde und 22 Bundesstaaten klagen gegen Amazon


Preise für Werbung: US-Behörde und 22 Bundesstaaten klagen gegen Amazon
Preise für Werbung: US-Behörde und 22 Bundesstaaten klagen gegen Amazon / Foto: © AFP

Für Werbeplätze bei Amazon zahlen Unternehmen Geld - doch die US-Verbraucherschutzbehörde FTC und 22 Bundesstaaten werfen dem Onlinehandelsriesen vor, bei der Versteigerung von Werbeplätzen die Preise manipuliert zu haben. Der US-Konzern habe durch diese Praxis seit 2019 zusätzliche Einnahmen in Höhe von mehr als 20 Milliarden Dollar (rund 17,3 Milliarden Euro ) erzielt, heißt es in der am Montag eingereichten Klage. Amazon wies die Vorwürfe zurück.

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Laut der bei einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Washington eingereichten Klageschrift soll Amazon rund 1,2 Millionen Werbekunden "heimlich und systematisch übervorteilt" haben, darunter auch mehr als 500.000 kleine und mittlere Unternehmen. Bei Versteigerungen, mit denen Preise für Werbeanzeigen auf der Plattform ermittelt werden, seien diese künstlich in die Höhe getrieben worden. Dies gehe aus zahlreichen internen Dokumenten hervor, in denen die "versteckten" Aufschläge beschrieben würden.

Im Jahr 2018 habe Amazon damit begonnen, seine Auktionsergebnisse "heimlich" zu manipulieren, um seine Anzeigenpreise zu erhöhen, heißt es in der Klageschrift weiter. Die Kunden habe das Unternehmen nicht über die Änderungen informiert, sondern stattdessen sogar "aktive Maßnahmen ergriffen, um sie zu verschleiern".

Hintergrund ist, dass Firmen Amazon dafür bezahlen, dass ihre Werbung bei bestimmten Suchergebnissen prominent platziert wird. Welches Unternehmen welchen Werbeplatz bekommt, wird per Versteigerung entschieden. Konkret geht es in der Klage um sogenannte Zweitpreis-Auktionen: Der erfolgreiche Bieter zahlt nicht den von ihm gebotenen Betrag, sondern nur einen Cent mehr als das beste Konkurrenzangebot. Amazon habe jedoch fiktive Konkurrenten eingeschaltet, um den Endpreis in die Höhe zu treiben, so die Klage. Ab 2019 habe der Konzern diese Praxis ausgeweitet.

Kalifornien ist einer der klagenden Bundesstaaten; der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta kritisierte am Montag vor Journalisten, dass die Mehrkosten milliardenfach manipulierter Werbeauktionen "oftmals" an die normalen Käufer weitergegeben worden seien.

Amazon wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Klage als "fehlerhaft". Die Aufsichtsbehörden hätten sich gezielt veraltete interne Dokumente herausgepickt. Einen Preisanstieg für Verbraucher zeige die Klage zudem nicht auf.

Amazon ist der drittgrößte Anbieter von Online-Werbung weltweit - nach der Facebook- und Instagram-Mutter Meta und Google. Im vergangenen Jahr nahm Amazon mit Werbung 68,6 Milliarden Dollar ein; der Gesamtumsatz lag bei 717 Milliarden Dollar (610 Milliarden Euro).

(V.Sørensen--DTZ)

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