Deutsche Tageszeitung - Weniger Ransomware-Angriffe auf Unternehmen - jedes fünfte Opfer zahlt

Weniger Ransomware-Angriffe auf Unternehmen - jedes fünfte Opfer zahlt


Weniger Ransomware-Angriffe auf Unternehmen - jedes fünfte Opfer zahlt
Weniger Ransomware-Angriffe auf Unternehmen - jedes fünfte Opfer zahlt / Foto: © AFP

Die Zahl der sogenannten Ransomware-Angriffe auf Unternehmen hat sich zuletzt verringert. In einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom gaben 45 Prozent der befragten Betriebe an, in den vergangenen zwölf Monaten Opfer eines solchen Cyber-Angriffs geworden zu sein. Ein Jahr zuvor waren es 58 Prozent.

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Bei mehr als der Hälfte der betroffenen Unternehmen entstand durch den Angriff ein Schaden. Auch dieser Anteil ist der Bitkom-Umfrage zufolge leicht rückläufig.

Ransomware sind Schadprogramme, mit denen sich Hacker Zugriff auf Computer und Daten verschaffen. Häufig treffen diese Angriffe Unternehmen: Die Angreifer verschlüsseln die Daten oder verhindern auf andere Weise den Zugriff. Für die Entschlüsselung fordern sie Lösegeld.

"Die große Mehrheit der betroffenen Unternehmen zahlt nicht: 66 Prozent haben den Erpressern nichts überwiesen", erklärte Bitkom. "Jedes Fünfte (20 Prozent) hat aber schon Lösegeld gezahlt, 14 Prozent wollen oder können dazu keine Angabe machen." Befragt wurden gut 1000 Unternehmen ab zehn Beschäftigten.

Derzeit sorgt ein Ransomware-Angriff auf die Berliner Stadtverwaltung für Aufsehen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz waren deshalb im August für rund eine Woche vom Landesnetz isoliert worden. Wegen der Cyberattacke konnte in Berlin unter anderem tagelang kein Wohngeld beantragt oder ausgezahlt werden.

Die Angreifer fordern rund zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin, wie die Behörden bestätigten. Sie drohen andernfalls mit der Veröffentlichung von 5,7 Terabyte an erbeuteten Daten. Am Freitag läuft demnach ein Ultimatum der Erpresser aus.

"Der aktuelle Fall in Berlin zeigt, vor welch schwieriger Entscheidung Opfer von Ransomware-Angriffen stehen", erklärte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. "Richtig wäre, nicht zu zahlen. Jede Zahlung finanziert den nächsten Angriff. Und selbst wer zahlt, erhält keine Garantie: Weder für die Entschlüsselung seiner Daten noch dafür, dass die Täter die Daten nicht doch veröffentlichen oder weiterverkaufen."

(V.Varonivska--DTZ)

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