Deutsche Tageszeitung - Bund will trotz Commerzbank-Übernahme durch Unicredit Aktionär bleiben

Bund will trotz Commerzbank-Übernahme durch Unicredit Aktionär bleiben


Bund will trotz Commerzbank-Übernahme durch Unicredit Aktionär bleiben
Bund will trotz Commerzbank-Übernahme durch Unicredit Aktionär bleiben / Foto: © AFP

Der Bund will trotz der Übernahme der Commerzbank durch die italienische Großbank Unicredit weiterhin Anteile an dem deutschen Geldinstitut halten. Als Aktionär poche die Bundesregierung darauf, weiterhin zwei Vertreter im Aufsichtsrat der Commerzbank zu stellen, hieß es aus dem Bundesfinanzministeriums. Demnach war dies eine der Forderungen, die Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei einem persönlichen Treffen mit dem Unicredit-Chef Andrea Orcel am Montag in Berlin vortrug.

Textgröße ändern:

Das Ministerium hatte zuvor angekündigt, Klingbeil werde in dem Gespräch die Interessen Deutschlands klarstellen. Im Anschluss bekräftigte er, dass er drei Themen besonders betont habe: die Finanzierung des Mittelstands in Deutschland durch die Commerzbank, den Finanzstandort Frankfurt am Main und die Interessen der Beschäftigten. "Wir erwarten, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt und ihr starkes Mittelstandsgeschäft fortsetzt - sowohl in Deutschland, als auch international", erklärte der Finanzminister.

Die italienische Unicredit hatte sich in den vergangenen Monaten fast die Hälfte der Stimmrechte an der Commerzbank gesichert. Beide Banken wollen nun über die von der Unicredit angestrebte Übernahme verhandeln. Die Frankfurter Bank hatte sich lange dagegen gewehrt, ebenso der Bund, der seit der Rettung der Commerzbank im Jahr 2008 Großaktionär des Geldinstituts ist.

"Die Bundesregierung hat stets deutlich gemacht, dass sie eine feindliche Übernahme ablehnt", hieß es aus dem Ministerium. "Inzwischen sind beide Banken jedoch in Verhandlungen über einen Zusammenschluss eingetreten."

Der Bund hält derzeit noch 12,1 Prozent Anteil an der Bank. Zur Zukunft dieser Beteiligung hatte sich das Ministerium zunächst bedeckt gehalten und auch Klingbeil sprach sie nicht öffentlich an. Nach dem Gespräch mit Orcel hieß es dann, dass der Bund vorerst Aktionär bleiben werde.

Im Vorfeld des Gesprächs mit Unicredit-Chef Orcel hatte sich der Finanzminister nach Angaben seines Hauses unter anderem mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU), der Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und dem Betriebsratsvorsitzenden Sascha Uebel abgestimmt. "Es geht darum, den besten Weg für beide Banken zu finden", sagte ein Ministeriumssprecher

"Für die Bundesregierung ist zentral, dass die Commerzbank weiterhin ihre wichtige Rolle für die Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands erfüllen kann", führte Klingbeil aus. "Wir haben die Interessen der über 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Commerzbank im Blick und stehen in dieser unsicheren Zeit an ihrer Seite."

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Flughafen auf Sizilien wegen Aktivität des Ätna vorübergehend geschlossen

Der Flughafen von Catania auf Sizilien ist aufgrund von erneuter vulkanischer Aktivität des Ätna vorübergehend geschlossen worden. "Ankünfte und Abflüge am Flughafen Catania sind ausgesetzt", teilte der Flughafen am Montag auf seiner Website mit. Der Flughafen hatte bereits im August für eine Woche wegen eines Ausbruchs des nur etwa 40 Kilometer entfernt liegenden Vulkans geschlossen werden müssen.

Hohe Spritpreise: SPD fordert Preisdeckel und Übergewinnsteuer

Die SPD fordert wegen des jüngsten Anstiegs der Spritpreise einen Preisdeckel und eine Übergewinnsteuer. Es brauche nun "einen befristeten Spritpreisdeckel verbunden mit der Abschöpfung krisenbedingter Sondergewinne", heißt es in einem am Montag veröffentlichten Positionspapier der Partei. Mineralölkonzernen wird in dem Papier vorgeworfen, die aktuelle Krise "schamlos" auszunutzen, "um Rekordgewinne auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger zu machen".

Trump sieht "kranke Verschwörung" gegen KI

US-Präsident Donald Trump hat Sicherheitsbedenken wegen einer zu schnellen Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) erneut zurückgewiesen. Es gebe eine "kranke Verschwörung" gegen KI und die dafür nötigen Rechenzentren, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Allein China freue sich über die Debatte in den USA, fügte er hinzu.

"Verlässliche und bezahlbare Energie im Fokus": Reiche bei G20-Treffen in Texas

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist zu einem Treffen der Energieminister der G20-Staaten nach Texas gereist. Bei den Gesprächen in Houston stehe "verlässliche und bezahlbare Energie im Fokus", erklärte ihr Ministerium. Die US-Regierung, die das Treffen ausrichtet, hat selbst "den Zugang zu erschwinglicher, zuverlässiger und sicherer Energie" zur Priorität des G20-Treffens erklärt.

Textgröße ändern: