Deutsche Tageszeitung - EY: Deutsche Autokonzerne im Sinkflug

EY: Deutsche Autokonzerne im Sinkflug


EY: Deutsche Autokonzerne im Sinkflug
EY: Deutsche Autokonzerne im Sinkflug / Foto: © AFP/Archiv

Mit der deutschen Autoindustrie geht es weiter bergab. Eine am Sonntag veröffentlichte Untersuchung der Beratungsfirma EY attestiert den deutschen Herstellern entgegen dem Markttrend sinkende Umsätze, einen Gewinneinbruch und "Margen im Sinkflug". Demnach bricht Volkswagen, BMW und Mercedes weiterhin weitgehend ungebremst das wichtige China-Geschäft weg.

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EY zufolge schrumpfte der Umsatz der deutschen Autokonzerne im ersten Halbjahr 2026 um 2,9 Prozent, während der Umsatz der 19 größten Konzerne weltweit um 3,6 Prozent zulegte. "Im Ländervergleich sind die deutschen Hersteller damit das Schlusslicht", erklärten die Marktexperten."Die japanischen Konzerne steigerten ihren Umsatz um 7,9 Prozent, die anderen europäischen Hersteller um 9,8 Prozent, die US-Konzerne um 4,5 Prozent, die chinesischen um 0,9 Prozent."

Der Gewinn der deutschen Unternehmen ging den Angaben nach um 19 Prozent zurück, der Gewinn aller Hersteller stieg zugleich um satte 11,4 Prozent. Die durchschnittliche Marge von Volkswagen, BMW und Mercedes sank von 5,5 auf 4,6 Prozent. "Der Zehn-Jahres-Durchschnitt der Branche liegt bei 5,9 Prozent, die deutschen Konzerne erzielten vor wenigen Jahren noch zweistellige Margen", erklärte EY.

"Deutschlands Autoindustrie steckt in einer Profitabilitätskrise", erklärte der EY-Experte Constantin Gall. "Die deutschen Hersteller verlieren nicht nur Marktanteile, sondern vor allem Ertragskraft." Verantwortlich macht er die hohen Löhne, Energiepreise und Bürokratiekosten in Deutschland. Produktion in Deutschland werde zunehmend zum Nachteil.

"Notwendige Veränderungen können hierzulande nicht konsequent umgesetzt werden, daher wird es schwer, die Profitabilität zu steigern und den Anschluss an die Weltspitze wiederherzustellen", führte Gall aus. "Deutsche Konzerne suchen daher ihr Heil in der Abwanderung an attraktivere Standorte."

Problematisch ist zudem die Marktentwicklung in China. "Der Markt ist extrem wettbewerbsintensiv, hochpreisige Premiumfahrzeuge verkaufen sich angesichts der schwachen Konjunktur schlecht, und im wachsenden Elektrosegment bevorzugen die chinesischen Kunden einheimische Marken", erklärte Gall. Zugleich sei der chinesische Markt für die deutschen Unternehmen zu bedeutend, als dass sie das Wegbrechen kurzfristig in anderen Regionen kompensieren könnten. "Da hilft es wenig, dass es für die deutschen Konzerne in Europa aktuell relativ gut läuft."

(M.Travkina--DTZ)

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