Deutsche Tageszeitung - CDU-Politiker Reddig warnt vor verwässerter Rentenreform - und droht mit Nein

CDU-Politiker Reddig warnt vor verwässerter Rentenreform - und droht mit Nein


CDU-Politiker Reddig warnt vor verwässerter Rentenreform - und droht mit Nein
CDU-Politiker Reddig warnt vor verwässerter Rentenreform - und droht mit Nein / Foto: © AFP/Archiv

Im koalitionsinternen Ringen um die geplante Rentenreform hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig mit einer Ablehnung des Gesetzentwurfs gedroht, sollte dieser zu stark vom vereinbarten Kompromiss abweichen. Der CDU-Politiker warnte die Koalition am Freitag gegenüber der "Welt", aus Sorge vor unpopulären Entscheidungen von der Reform abzurücken: "Dass manche jetzt in eine Art kurzsichtigen Sozialpopulismus verfallen und aus Angst wieder keine Reform machen wollen, werden uns die Wähler nicht honorieren."

Textgröße ändern:

Die "Grundvoraussetzung" sei, dass die Empfehlungen der Rentenkommission "in ein Paket" kommen und so verabschiedet werden, sagte Reddig. Wenn dies geschehe, "stimmen wir natürlich gerne zu". Auf die Frage, was andernfalls geschehe, antwortete er: "Dann nicht."

Reddig hatte für die Union federführend in der Rentenkommission an den Reformplänen mitgearbeitet. Insbesondere verteidigte Reddig die geplanten Änderungen bei der sogenannten Rente mit 63, deren geplante Abschaffung in der SPD auf große Kritik stößt, aber auch in Teilen der CDU. Bei einem "Gerechtigkeitscheck" müsse hier zu dem Ergebnis gekommen werden, "dass sie in ihrer Verteilungswirkung nicht fair ist". Die Gruppe mit dem höchsten Einkommen nehme die Rente mit 63 heute viermal so häufig in Anspruch wie die mit dem niedrigsten.

Eine ersatzlose Abschaffung lehnte Reddig ab. "Wir wollen eine Härtefallregelung, eine Schutzrente für diejenigen, die tatsächlich nicht mehr arbeiten können. Diese Menschen sollen auch künftig vorzeitig abschlagsfrei in Rente gehen können."

Einen möglichen Kompromiss, statt 45 künftig 46 oder 47 Beitragsjahre für einen abschlagsfreien Renteneintritt vorauszusetzen, wies Reddig zurück. "Wir haben uns das in der Kommission genau angesehen und einstimmig die Grundsatzentscheidung getroffen: Ein Renteneintritt allein nach Beitragsjahren ist nicht gerecht." Frauen etwa erreichten 45 oder 47 Beitragsjahre häufig nicht.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

17 Cent weniger Steuern pro Liter: Neuer Tankrabatt kommt zum 1. Oktober

Tanken wird für spritpreisgebeutelte Autofahrer schon ab kommendem Donnerstag günstiger: Am Freitag gaben Bundestag und Bundesrat grünes Licht für den neuen Tankrabatt, der die Steuern auf Benzin und Diesel ab dem 1. Oktober um rund 17 Cent je Liter senkt. Die Regierungskoalition aus Union und SPD will Bürgerinnen und Bürgern so kurzfristig Entlastung verschaffen - doch an der Maßnahme gibt es auch viel Kritik.

Tankrabatt kommt zum 1. Oktober: Gesetz passiert Parlament

Der Tankrabatt zur Abfederung der hohen Spritpreise kann wie von der Bundesregierung geplant zum 1. Oktober kommen. Nach dem Bundestag passierte das Gesetz am Freitag auch den Bundesrat - die Länderkammer verzichtete darauf, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Zum 1. Oktober sollen damit die Steuern auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter sinken.

Nach US-Sanktionsdrohungen: Flughafen im irakischen Nadschaf stoppt alle Iran-Flüge

Infolge von US-Sanktionen hat der Flughafen der irakischen Pilgerstadt Nadschaf in der Nacht zu Freitag alle Flüge vom und in den Iran eingestellt. "Alle Flüge zwischen dem Iran und dem Flughafen in Nadschaf wurden gestoppt", sagte Flughafendirektor Hussein Muhanna der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Er verwies auf eine entsprechende Anweisung der irakischen Regierung an den Gouverneur von Nadschaf, die auf US-Betreiben hin erfolgte.

Bundestag macht Weg für erneuten Tankrabatt frei

Der Bundestag hat den Weg für den erneuten Tankrabatt freigemacht, der ab 1. Oktober die Steuern auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter senken soll. Für die Maßnahme votierte am Freitag in namentlicher Abstimmung die Mehrheit der Abgeordneten. In der Debatte im Parlament hatten die Koalitionsfraktionen von Union und SPD hervorgehoben, dass der Tankrabatt kurzfristig Entlastung an den Zapfsäulen bringe. Auch die AfD-Fraktion unterstützte die Maßnahme; die Grünen und die Linksfraktion wandten sich dagegen.

Textgröße ändern: