Deutsche Tageszeitung - Ölmagnat Dangote: Afrika wird bis 2030 bei Treibstoffen weitgehend autark sein

Ölmagnat Dangote: Afrika wird bis 2030 bei Treibstoffen weitgehend autark sein


Ölmagnat Dangote: Afrika wird bis 2030 bei Treibstoffen weitgehend autark sein
Ölmagnat Dangote: Afrika wird bis 2030 bei Treibstoffen weitgehend autark sein / Foto: © AFP

Der nigerianische Ölmagnat Aliko Dangote geht davon aus, dass Afrika bis 2030 seinen Bedarf an Kraftstoffen weitestgehend selbst decken wird. "Bis 2030 wird die Mehrheit der afrikanischen Länder autark sein", sagte der reichste Mann Afrikas am Dienstag in Nairobi der Nachrichtenagentur AFP. Am Mittwoch startet ein Großprojekt Dangotes: der Bau einer Raffinerie auf Lamu vor der kenianischen Küste.

Textgröße ändern:

Die Raffinerie hat eine geplante Kapazität von 700.000 Barrel pro Tag. Es wird erwartet, dass die Bauzeit etwa 30 Monate dauert.

Das Projekt ist bereits Gegenstand eines Gerichtsverfahrens wegen Landrechtsstreitigkeiten, außerdem stößt es auf Widerstand von Greenpeace und anderen wegen seiner Umweltauswirkungen. Dangote wies Bedenken zurück. "Eigentlich gibt es bei solchen Fällen kein Problem", sagte er. "Es gibt Menschen, die die Entwicklung Afrikas nicht wollen."

Das Öl wird die neue Raffinerie laut Dangote aus verschiedenen Quellen beziehen, darunter aus dem Nahen Osten, den USA und anderen. Zudem stehe sie bereit, wenn ostafrikanische Länder wie Kenia, Tansania und Mosambik ihre Produktion steigerten.

"Wir müssen schon heute damit anfangen, uns mit diesem Thema zu befassen", sagte Dangote und verwies auf Drohungen von US-Präsident Donald Trump über einen Diesel-Exportstopp. Die Dangote-Gruppe hatte 2024 in Nigeria bereits die größte Raffinerie des Kontinents in Betrieb genommen.

Die größte Herausforderung Afrikas sei es, den Export von Rohstoffen vom Kontinent einzudämmen - und stattdessen verarbeitete Produkte zu verkaufen, sagte Dangote. "Das größte Problem ist, dass wir Rohstoffe für vielleicht fünf oder zehn Prozent ihres Werts verkaufen, und sie dann letztendlich zu 100 Prozent ihres Werts einkaufen."

(M.Travkina--DTZ)

Empfohlen

EU und China einigen sich auf Begrenzung chinesischer Hybridauto-Exporte

Die Europäische Union und China haben sich auf eine Begrenzung der chinesischen Exporte von Hybridautos nach Europa verständigt. "Dies eröffnet die Aussicht, Chinas Export um mehr als die Hälfte zu reduzieren", sagte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach einem Treffen mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao am Freitag in Peking. Der europäische Herstellerverband Acea begrüßte die Einigung als "positiven Schritt" zur Entschärfung des Handelskonflikts zwischen den beiden Seiten.

Deutlich weniger Korridorsanierungen bis 2031: Bahn streckt Baustellenplanung

In den kommenden Jahren soll es deutlich weniger lange Streckensperrungen wegen umfassender Sanierungen durch die Deutsche Bahn geben. Statt 21 bislang geplanter sogenannter Korridorsanierungen sollen bis 2031 nun nur 13 umgesetzt werden, wie die Infrastruktursparte der Bahn DB Infrago und das Bundesverkehrsministerium am Freitag mitteilten. Sie verweisen auf eine bessere Machbarkeit der Vorhaben bei einem reduziertem Pensum. Finanzielle Gründe dürften allerdings auch ein Rolle spielen.

Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und Polizei am Rande einer Demo in Brüssel

Nach tagelangen Schülerprotesten in belgischen Städten ist es am Rande einer Demonstration gegen Sparmaßnahmen in Brüssel zu Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. Die Polizei erklärte am Freitag, sie sei von zum Teil maskierten Jugendlichen mit Stöcken und Flaschen angegriffen worden und habe daraufhin Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt. Demnach handelte es sich um "mehrere hunderte Jugendliche", die sich den Demonstranten angeschlossen hätten.

Selenskyj: "Erhebliche Schäden" am Stromnetz der Ukraine durch russische Angriffe

Die jüngsten russischen Angriffe auf die Ukraine haben nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj landesweit "erhebliche Schäden" am Stromnetz verursacht. Reparaturarbeiten liefen "Tag und Nacht", erklärte Selenskyj am Freitag in Onlinediensten. Betroffen sei auch die Stromversorgung von Verkehrsunternehmen.

Textgröße ändern: