Deutsche Tageszeitung - Niedrige Füllstände: Reiche ordnet mehr Gaseinspeicherung an

Niedrige Füllstände: Reiche ordnet mehr Gaseinspeicherung an


Niedrige Füllstände: Reiche ordnet mehr Gaseinspeicherung an
Niedrige Füllstände: Reiche ordnet mehr Gaseinspeicherung an / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der aktuell niedrigen Füllstände deutscher Gasspeicher hat Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) das bundeseigene Energieunternehmen Sefe zur vermehrten Einspeicherung aufgefordert. Der zentrale Grund dafür liege "in den weiter andauernden geopolitischen Risiken", erklärte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch in Berlin. Aus Sicht der Krisenvorsorge sei dieser Schritt "ein wichtiger zusätzlicher Beitrag, um die Resilienz der deutschen Gasversorgung zu erhöhen".

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Die Füllstände deutscher Gasspeicher sind derzeit deutlich geringer als in den Vergleichszeiträumen früherer Jahre. Nach Angaben der Bundesnetzagentur vom Dienstag lagen sie zuletzt bei 57,6 Prozent, wobei die täglichen Einspeicherungen in den vergangenen Tagen "zum Teil weiterhin recht niedrig" gewesen seien. Grund dafür ist insbesondere, dass sich Import und Speicherung von Erdgas derzeit wegen der hohen Preise am Weltmarkt infolge des Iran-Kriegs kaum lohnen.

Wie die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ausführte, entschied Reiche nun in Absprache mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), "dass die bundeseigene Sefe Securing Energy for Europe GmbH angewiesen wird, vermehrt Erdgas einzuspeichern". Sefe wird demnach "selber entscheiden, welche Mengen zu welchem Zeitpunkt eingespeichert werden und die Mengen durch zusätzliche Lieferungen beschaffen, um die Einspeicherungen der anderen Marktteilnehmer nicht zu beeinträchtigen".

Klar müsse zugleich sein, dass die Erwartung an alle anderen Marktakteure, ihrer Verpflichtung nachzukommen, Gas für den Winter einzuspeichern, "ohne Wenn und Aber bestehen" bleibe, erklärte die Ministeriumssprecherin weiter. "Die von Sefe einzuleitenden Schritte sollen daher auch ein klares Signal an weitere Unternehmen sein."

Reiche habe "stets deutlich gemacht, dass wir die Entwicklung am Gasmarkt eng verfolgen und für unterschiedliche Szenarien Instrumente vorbereitet haben, die bei Bedarf eingesetzt werden können – gerade mit Blick auf die geopolitische Lage". Dieser Bedarf sei nun eingetreten. Die Beauftragung der Sefe mit zusätzlicher Beschaffung sei eines dieser vorbereiteten Instrumente und komme jetzt zur Anwendung.

Für die Zukunft werde die Bundesregierung zudem "eine strategische Gasreserve zur Abdeckung der genannten Risiken einrichten", führte die Sprecherin aus. "Der Aufbau der Gasreserve wird nach der entsprechenden Gesetzesänderung im Jahr 2027 beginnen."

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßte die Anordnung an Sefe zur vermehrten Einspeicherung. "Mit der angekündigten Maßnahme schafft die Bundesregierung eine zusätzliche Absicherung der Gasversorgung für den kommenden Winter", erklärte BDEW-Chefin Kerstin Andreae. "Das ist vor dem Hintergrund der sehr unsicheren geopolitischen Lage und der noch fehlenden strategischen Gasreserve sinnvoll."

Zugleich hob sie hervor, dass die Gasversorgung in Deutschland "zuverlässig" sei und dies auch bleibe. "Gashändler und Lieferanten sichern ihre vertraglichen Lieferverpflichtungen über individuelle Beschaffungsportfolios ab; dazu gehören auch Speichermengen", erläuterte Andreae. "Mit dem Aufbau der inländischen LNG-Terminals und diversifizierten Importen wurde zudem eine weitere tragende Säule der Versorgung gestärkt."

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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