Deutsche Tageszeitung - Netanjahu: Copilot wollte Flydubai-Maschine zum Absturz bringen

Netanjahu: Copilot wollte Flydubai-Maschine zum Absturz bringen


Netanjahu: Copilot wollte Flydubai-Maschine zum Absturz bringen
Netanjahu: Copilot wollte Flydubai-Maschine zum Absturz bringen / Foto: © AFP

Eine Maschine der Fluggesellschaft Flydubai ist nach Einschätzung der israelischen Regierung nur knapp einem Terroranschlag entgangen. Der Copilot habe das Flugzeug mit vielen Israelis an Bord absichtlich zum Absturz bringen wollen, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Mittwoch. Die Passagiere hätten jedoch durch heldenhaftes Handeln eine "große Katastrophe" verhindert. Israels Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir sprach von einem "Terroristen", der die 180 Israelis an Bord "ermorden" wollte. Die am Morgen in Dubai gestartete Maschine musste in Saudi-Arabien notlanden, die Passagiere blieben unverletzt.

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"Während des Fluges, als sie sich unserem Land näherten, hat einer der Piloten den anderen Piloten niedergestochen und offenbar versucht, das Flugzeug mit allen an Bord zum Absturz zu bringen", sagte Netanjahu in einem Video. Der Copilot sei festgenommen worden und werde nun von den Behörden in Saudi-Arabien vernommen. Netanjahu lobte die Passagiere als "Helden", die "eine große Katastrophe" verhindert hätten.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem "versuchten dschihadistischen Terroranschlag". Dieser sei nur durch den "heldenhaften Einsatz mehrerer israelischer Passagiere", die den Copiloten überwältigt hätten, vereitelt worden.

Flydubai erklärte in einer ersten Stellungnahme, der Hintergründe der Auseinandersetzung im Cockpit seien noch unbekannt. Es seien Ermittlungen eingeleitet worden. "Wir bitten alle Beteiligten dringend, von voreiligen Spekulationen abzusehen, während die Behörden den Sachverhalt aufklären", erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Miriam Shira Ohayon befand sich an Bord von Flug FZ 1073 Richtung Tel Aviv. "Der Copilot hat versucht, den Piloten zu töten und im Grunde einen Selbstmordanschlag auf das Flugzeug auszuführen", berichtete sie Journalisten per Telefon. Das Flugzeug sei kurz davor gewesen, abzustürzen. "Nur durch die Geistesgegenwart vieler Menschen, die den Copiloten überwältigten und unschädlich machten, konnte das verhindert werden", betonte sie.

Die israelische Nachrichtenseite "Ynet" veröffentlichte ein Video, auf dem ein blutverschmierter Mann zu sehen ist. "Wir sind gerade einer Attacke an Bord des Flugzeugs ausgesetzt", sagt er. Die "Terroristen" seien unschädlich gemacht worden, das Flugzeug bereite sich auf die Landung vor.

Laut Daten der Website Flightradar sackte die Maschine während ihres Flugs innerhalb einer Minute abrupt von einer Flughöhe von fast 34.000 Fuß auf weniger als 17.000 Fuß ab.

Die Passagiermaschine musste im saudiarabischen Tabuk notlanden. Alle Passagiere waren nach Angaben von Flydubai wohlauf. Der Pilot und der Copilot seien verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Am Nachmittag konnten die gestrandeten Passagiere weiter nach Tel Aviv fliegen.

Israelische Medien berichteten von einem Handgemenge im Cockpit der Maschine, bei dem ein Notsignal ausgelöst worden sei. Laut Fernsehberichten stiegen israelische Kampfjets auf. Den Medienberichten zufolge übernahmen zwei Piloten, die sich als Passagiere an Bord befanden, die Kontrolle über das Flugzeug und führten die Notlandung in Saudi-Arabien aus.

Zunächst machten weder die Fluggesellschaft noch die Behörden der beteiligten Länder Angaben zu den Vorfällen an Bord der Maschine. Auch zu der Nationalität der Piloten äußerten sie sich nicht. Israelischen Medienberichten zufolge stammt einer aus dem Oman, der andere aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Ein AFP-Korrespondent im saudiarabischen Tabuk berichtete von einer erhöhten Präsenz von Sicherheitskräften in der Nähe des Flughafens. Zudem beobachte er Polizeifahrzeuge und einen Krankenwagen. Der Zugang zum Terminal blieb geöffnet. Auf Fotos, die AFP von einem der Passagiere geschickt wurden, sind Reisende zu sehen, die sich in einer Flughafen-Lounge versammelt haben. Auf dem weißen T-Shirt und der Jeans eines Mannes sind Blutflecken zu sehen.

Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und erhöhter Spannungen in der Region. Zudem finden in Israel Ende Oktober Wahlen statt. Erst am Dienstag hatte Ministerpräsident Netanjahu vor möglichen Angriffen von Feinden Israels im Vorfeld der Wahl gewarnt. Die Opposition warf dem Regierungschef daraufhin Angstmacherei vor.

(O.Tatarinov--DTZ)

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