Deutsche Tageszeitung - Chef des Panzerbauers KNDS hält Börsengang 2026 weiter für möglich

Chef des Panzerbauers KNDS hält Börsengang 2026 weiter für möglich


Chef des Panzerbauers KNDS hält Börsengang 2026 weiter für möglich
Chef des Panzerbauers KNDS hält Börsengang 2026 weiter für möglich / Foto: © AFP/Archiv

Der Chef des Rüstungskonzerns KNDS, Jean-Paul Alary, schließt einen Börsengang noch in diesem Jahr nicht aus, der einen Einstieg des Bundes bei dem Unternehmen ermöglichen würde. "Ein Börsengang 2026 ist weiterhin möglich - sofern die Marktbedingungen den Erwartungen der Aktionäre entsprechen", sagte Alary dem "Handelsblatt" vom Donnerstag. Bisher sie dies aber nicht der Fall. Verzögere sich der Börsengang bis 2027, könne es dann weitere Verzögerungen wegen des französischen Präsidentschaftswahlkampfes geben.

Textgröße ändern:

KNDS hatte den bereits vorgesehenen Börsengang in diesem Jahr Anfang Juli kurzfristig verschoben. Grund waren stark schwankenden Kurse von Aktien aus dem Rüstungssektor.

Erst Ende Juni hatten Deutschland und Frankreich die Einigung auf eine Beteiligung der Bundesregierung an dem Hersteller des Leopard-2-Kampfpanzers verkündet. Aktuell halten der französische Staat und die deutsche Eigentümerfamilie Wegmann jeweils 50 Prozent an KNDS. Durch den Börsengang soll Deutschland einen Anteil von 40 Prozent übernehmen, der französische Anteil sollte gleichzeitig auf 40 Prozent sinken. Der Rest der Aktien würde an der Börse verkauft.

"Der Börsengang ist vorerst ausgesetzt, aber nicht abgesagt", sagte Alary dem "Handelsblatt". Zu einem möglichen Termin noch in diesem Jahr betonte der KNDS-Chef: "Die derzeit erzielbare Bewertung entspricht bisher nicht den Erwartungen der Aktionäre." 2026 sei aber nicht ausgeschlossen, "später als 2026 ist aber auch denkbar".

Verzögere sich der Börsengang bis ins nächste Jahr, könnte der französische Präsidentschaftswahlkampf zum Risiko werden: "Eine Wahlperiode bringt Unsicherheit", sagte Alary. "Mitten im Wahlkampf wäre kein idealer Zeitpunkt für einen Börsengang." Die französischen Präsidentschaftswahlen finden in zwei Runden am 18. April und 2. Mai statt.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Ifo: Elektroindustrie entwickelt sich "zur Konjunkturlokomotive"

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie ist im September laut Umfrage des Münchner Ifo-Instituts erneut kräftig gestiegen. Der Index legte von 16,5 Punkten im August auf 24,8 Punkte zu, wie das Ifo-Institut am Donnerstag mitteilte. "Die Elektroindustrie entwickelt sich zunehmend zur Konjunkturlokomotive innerhalb der deutschen Industrie", erklärte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Die Branche stellt Datenverarbeitungsgeräte, elektronische und optische Erzeugnisse her.

KI-Boom beschert Südkorea glänzende Exportzahlen

Angetrieben von der weltweit boomenden Nachfrage nach Halbleitern für Künstliche Intelligenz (KI) hat Südkorea einen neuen Exportrekord verbucht. Im Monat September erreichten die Lieferungen ins Ausland einen Wert von umgerechnet gut 107 Milliarden Euro, wie aus am Donnerstag veröffentlichten offiziellen Daten hervorging. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht dies fast einer Verdoppelung - damals war ein Exportwert von rund 58,4 Milliarden Euro verzeichnet worden.

Gewerkschaft ruft zur Kundgebung gegen geplante Zuckersteuer auf

Die von der Bundesregierung geplante Zuckersteuer trifft auf heftigen Protest von Arbeitnehmervertretern. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) rief für den 8. Oktober zu einer Kundgebung gegen die Pläne vor dem Bundesfinanzministerium in Berlin auf. "Es geht um die Zukunft von Arbeitsplätzen, Standorten und guter industrieller Beschäftigung", erklärte die NGG im Aufruf zur Kundgebung. Scharfe Kritik kam auch von den Verbänden der Getränkeindustrie.

Frankreichs Regierung plant neue Sparmaßnahmen in Höhe von 43 Milliarden Euro

Die französische Regierung will im kommenden Jahr in ihrem Budget 43 Milliarden Euro einsparen. Das geht aus dem Gesetzentwurf für den Regierungshaushalt 2027 hervor, in den AFP am Donnerstag Einsicht hatte. Demnach rechnet die Regierung auch mit steigenden Einnahmen aus der Mehrwertsteuer und der Einkommenssteuer und mit rückläufigen Einnahmen bei den Unternehmensabgaben. Der Haushaltsentwurf soll am Vormittag im Kabinett vorgestellt werden.

Textgröße ändern: