Deutsche Tageszeitung - Schneller als die Inflation: Mieten in deutschen Städten ziehen wieder stärker an

Schneller als die Inflation: Mieten in deutschen Städten ziehen wieder stärker an


Schneller als die Inflation: Mieten in deutschen Städten ziehen wieder stärker an
Schneller als die Inflation: Mieten in deutschen Städten ziehen wieder stärker an / Foto: © AFP/Archiv

Die Angebotsmieten in deutschen Städten sind zuletzt wieder stärker gestiegen. Wie das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Donnerstag mitteilte, legten sie im dritten Quartal im bundesweiten Schnitt um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Verglichen mit dem dritten Quartal 2025 betrug der Anstieg 3,7 Prozent.

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Damit stiegen die Mieten schneller als die Inflation: Bereinigt um die Teuerungsrate der Verbraucherpreise ergibt sich laut IfW für das dritte Quartal ein Plus von 0,3 Prozent zum Vorquartal und von 0,7 Prozent zum Vorjahresquartal.

Die IfW-Forscherinnen und -Forscher ermitteln regelmäßig den Mietpreisindex Greix auf Basis der Angebotsmieten in 37 Städten und Regionen, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte. Greix-Projektleiter Jonas Zdrzalek erklärte mit Blick auf den jüngsten Anstieg von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, dass die Mietpreisdynamik wieder "leicht" zunehme, "nachdem sich die Jahresrate zwei Quartale lang um die Marke von drei Prozent bewegt hat".

Getragen wird der Anstieg demnach vor allem vom Bestand: "Die Mieten für Bestandswohnungen steigen derzeit deutlich stärker als die für Neubauten", erklärte Zdrzalek.

Teils große Unterschiede gab es zuletzt in den acht größten Städten. Verglichen mit dem Vorquartal legten die Angebotsmieten in Berlin (plus 2,1 Prozent), Düsseldorf (plus 2,0 Prozent), München (plus 1,4 Prozent) und Hamburg (plus 1,3 Prozent) stärker als der bundesweite Greix-Schnitt von 1,2 Prozent zu. Frankfurt am Main und Stuttgart lagen mit jeweils plus 1,1 Prozent knapp darunter. In Leipzig stiegen die Angebotsmieten hingegen nur leicht um 0,3 Prozent, in Köln blieben sie unverändert.

Im Jahresvergleich führen Hamburg (plus 6,7 Prozent), Düsseldorf und Köln (jeweils plus 5,4 Prozent) das Feld der acht größten Städte an. Berlin liegt mit plus 1,4 Prozent wieder über dem Vorjahresniveau, nachdem die Angebotsmieten dort im ersten und zweiten Quartal noch unter den Vorjahreswerten gelegen hatten.

Beim Mietpreisniveau bleibt dem IfW zufolge weiterhin München Spitzenreiter. Dort liegt die durchschnittliche Kaltmiete demnach bei 23,70 Euro je Quadratmeter. Mit deutlichem Abstand folgen Frankfurt (17,90 Euro) und Hamburg (16,50 Euro). Das untere Ende der acht größten Städte markiert Leipzig mit 10,40 Euro pro Quadratmeter; der Schnitt aller 37 im Greix untersuchten Städte und Regionen liegt aktuell bei 14,60 Euro.

Die Entwicklung der Mietpreise ist insbesondere in Ballungsgebieten mit einem Mangel an Wohnraum für viele Menschen ein Problem und sorgt deshalb auch immer wieder für politische Debatten. Am Donnerstag findet ein Wohngipfel des Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Deutschen Mieterbunds in Berlin statt.

Linken-Chef Luigi Pantisano sprach sich angesichts des stärksten Anstiegs des Greix seit dem ersten Quartal 2025 am Donnerstag für einen bundesweiten Mietendeckel aus. "Die Menschen brauchen eine Pause von den ständigen Preissteigerungen", forderte er. "Wohnen ist ein Grundrecht und darf kein Luxus sein."

(L.Barsayjeva--DTZ)

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