Deutsche Tageszeitung - Reserve-Freigabe: Französische Tankstellen sollen Preissenkungen weitergeben

Reserve-Freigabe: Französische Tankstellen sollen Preissenkungen weitergeben


Reserve-Freigabe: Französische Tankstellen sollen Preissenkungen weitergeben
Reserve-Freigabe: Französische Tankstellen sollen Preissenkungen weitergeben / Foto: © AFP/Archiv

Nach einer Freigabe aus der strategischen Reserve Frankreichs hat die Regierung in Paris die Ölkonzerne zu einer Weitergabe der Preissenkung an die Kunden aufgefordert. Die Händler seien zudem dazu verpflichtet, die Kunden über die Höhe der Preissenkung zu informieren, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Verordnung im Amtsblatt. Energieministerin Maud Bregeon appellierte insbesondere an den Konzern TotalEnergies, sich "vorbildlich" zu zeigen.

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"Wir erwarten von Total, die Vorteile, die durch die Freigabe der Reserven entstehen, an die Kunden weiterzugeben", betonte Bregeon. Sie forderte das Unternehmen auf, seine landesweite Preisdeckelung fortzusetzen. Der Öl- und Gaskonzern hatte am Morgen für das dritte Quartal einen Rekordnettogewinn von 8,3 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Der Gewinn ist in erster Linie eine Folge des Anstiegs der Energiepreise wegen des Iran-Kriegs.

Wegen der erhöhten Preise hatten sich die G7-Staaten Anfang Oktober geeinigt, innerhalb von vier Monaten bis zu 100 Millionen Barrel aus strategischen Reserven freizugeben, koordiniert von der Internationalen Energieagentur. Die französische Regierung kündigte wenige Tage später an, zehn Millionen Barrel aus den eigenen Beständen freizugeben. Premierminister Sébastien Lecornu sicherte zu, dass dies den Dieselpreis für Verbraucher ab dem 1. November um zwölf bis 18 Cent senken werde.

Der Vorstandsvorsitzende von TotalEnergies, Patrick Pouyanné, hatte darauf erklärt, dass die Preissenkung für Privatkunden zwischen acht und zwölf Cent betragen werde. Er wolle zudem an dem Preisdeckel von derzeit 2,25 Euro pro Liter Diesel festhalten. Die linkspopulistische Oppositionspartei La France Insoumise (LFI, Unbeugsames Frankreich) bezichtigte das Unternehmen daraufhin als "Kriegsgewinnler".

Energieministerin Bregeon warnte vor einem "Total-Bashing". Frankreich könne erleichtert sein, in einer solchen Krise über einen großen Ölkonzern zu verfügen. Die Regierung werde sicherstellen, dass Autofahrer landesweit von den niedrigeren Preisen profitieren, auch an abgelegeneren und unabhängigen Tankstellen in ländlichen Gebieten, sagte die Ministerin. Sie stellte Kontrollen von Montagmorgen an in Aussicht.

Der Ölkonzern TotalEnergies bietet bereits seit etwa einem halben Jahr gedeckelte Preise für Kraftstoff. Derzeit zahlen Kunden für Diesel 2,25 Euro. Der Preisdeckel hatte Kritik der Konkurrenz ausgelöst, da Franzosen seitdem verstärkt bei Total tanken. TotalEnergies steht in Frankreich immer wieder in der Kritik, unter anderem wegen der im Vergleich zu den weltweiten Gewinnen relativ geringen Körperschaftssteuer.

(V.Korablyov--DTZ)

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