Deutsche Tageszeitung - Fliegerstaffel und Ehrenpalme für Tom Cruise in Cannes

Fliegerstaffel und Ehrenpalme für Tom Cruise in Cannes


Fliegerstaffel und Ehrenpalme für Tom Cruise in Cannes
Fliegerstaffel und Ehrenpalme für Tom Cruise in Cannes / Foto: © AFP

Mit einer Flugshow der französischen Kunstfliegerstaffel und einer unangekündigten Goldenen Ehrenpalme hat das Filmfestival in Cannes den US-Schauspieler Tom Cruise geehrt. Der 59-Jährige war zur Cannes-Premiere des Films "Top Gun: Maverick" dem Filmthema entsprechend im Hubschrauber an der Croisette gelandet. Das Publikum applaudierte nach der Vorführung des außer Konkurrenz laufenden Actionfilms am Mittwochabend mehrere Minuten lang im Stehen.

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Zuvor hatte Tom Cruise den Mehrwert des Kinos im Vergleich zu den Streamingdiensten betont. "Ich mache Filme für die große Leinwand", sagte er in Cannes. "Ins Kino zu gehen ist immer auch ein Gemeinschaftserlebnis", erklärte er und verriet, dass er selber gerne inkognito ins Kino gehe, um sich neue Filme anzusehen. "Ich setze einfach meine Kappe auf und sitze wie jedermann im Publikum", sagte er.

Während Tom Cruise Fans von Actionfilmen und Hollywoodstars glücklich machte, bekam der russische Filmemacher Kirill Serebrennikow viel Applaus für einen Aufruf zum Ende des Ukraine-Kriegs. "Nein zum Krieg", rief er nach der Vorstellung seines Films "Tchaikovsky's Wife" (Tschaikowskis Frau), mit dem der Wettbewerb um die Goldene Palme eröffnet wurde. "Ich bin absolut davon überzeugt, dass die Kultur und die Menschen in der Kulturbranche in der Lage sind, dafür zu sorgen, dass dieser Krieg in der Ukraine aufhört", sagte er.

Der 52-jährige Serebrennikow ist für seine gewagten Filme und seine Unterstützung für die LGBTQ-Gemeinschaft bekannt. Sein in Cannes gezeigter Film erzählt die Geschichte der unglücklichen Ehe des russischen Komponisten Pjotr Tschaikowski, der geheiratet hatte, um seine Homosexualität zu verbergen. Serebrennikow war zuvor bereits zwei Mal im Wettbewerb vertreten, konnte aber wegen eines Ausreiseverbots nicht nach Cannes reisen.

Serebrennikow war im Juni 2020 wegen angeblicher Unterschlagung öffentlicher Gelder zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Nach Verbüßung der Hälfte seiner Strafe durfte er Anfang April ausreisen und lebt nun in Berlin. Das Verfahren gegen Serebrennikow war im In- und Ausland als politisch motiviert kritisiert worden, der Regisseur wies die Vorwürfe zurück.

Die Filmfestspiele in Cannes stehen dieses Jahr im Zeichen des Ukraine-Krieges. Überraschend wurde das Festival am Dienstagabend mit einer Videobotschaft des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj eröffnet.

Am Donnerstag sollte der Film "Mariupolis 2" des litauischen Filmemachers Mantas Kvedaravicius gezeigt werden. Der 45-Jährige war im April in der ukrainischen Stadt Mariupol von russischen Soldaten erschossen worden. Er war in der belagerten Hafenstadt, um mutmaßliche russische Kriegsverbrechen zu dokumentieren. Seine Verlobte, die ihn begleitete, konnte das Material retten. Kvedaravicius hatte bereits 2016 einen Film über Mariupol gedreht, der auf der Berlinale gezeigt wurde.

Zu den Stars, die auf dem roten Teppich für die Fotografen posierten, zählten auch der französische Astronaut Thomas Pesquet, die US-Schauspielerin Eva Longoria und der französische Schauspieler Omar Sy. Unter den zahlreichen ausgefallenen Kleidern stach das des brasilianischen Models Adriana Lima hervor, das ihren nackten Babybauch in Szene setzte. Die deutsche Influencerin Leonie Hanne trat in einer bonbonrosa Tüll-Kreation auf, die entfernt an Zuckerwatte erinnerte.

(P.Tomczyk--DTZ)

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