Deutsche Tageszeitung - Stephen King Star-Zeuge in Verfahren gegen Verlagsübernahme durch Bertelsmann

Stephen King Star-Zeuge in Verfahren gegen Verlagsübernahme durch Bertelsmann


Stephen King Star-Zeuge in Verfahren gegen Verlagsübernahme durch Bertelsmann
Stephen King Star-Zeuge in Verfahren gegen Verlagsübernahme durch Bertelsmann / Foto: © AFP

US-Bestsellerautor Stephen King hat als Star-Zeuge in einem Gerichtsverfahren gegen die von Bertelsmann angestrebte Übernahme des US-Buchverlags Simon & Schuster ausgesagt. "Ich denke, Konsolidierung ist schlecht für den Wettbewerb", sagte der 75-jährige Schriftsteller am Dienstag vor einem Bundesgericht in Washington. "Je mehr Unternehmen es gibt, desto besser."

Textgröße ändern:

"Als ich begonnen habe, gab es hunderte Verlage", sagte der Autor von Horror-Romanen wie "Shining" und "Es". "Einer nach dem anderen wurde entweder von anderen Verlagen übernommen oder hat dichtgemacht." Für Schriftsteller werde es "immer härter", ausreichend Geld zu verdienen.

Bertelsmann hatte im November 2020 verkündet, dass die zum Gütersloher Konzern gehörende US-Verlagsgruppe Penguin Random House den Verlag Simon & Schuster für knapp 2,2 Milliarden Dollar (heute rund 2,15 Milliarden Euro) von der US-Mediengruppe ViacomCBS kaufen will. Das US-Justizministerium reichte dagegen aber eine Kartellklage ein, um die Übernahme zu verhindern.

Das Ministerium argumentiert, eine Übernahme würde dem Wettbewerb und letztlich "Autoren und Lesern schaden". "Die Fusion würde Penguin Random House einen übergroßen Einfluss darauf geben, wer und was publiziert wird, und wieviel Autoren für ihre Arbeit bezahlt werden", heißt es in der Klage.

Als Zeuge sagte nun Stephen King für das Justizministerium vor Gericht aus. "Mein Name ist Stephen King. Ich bin freiberuflicher Autor", sagte der weltberühmte Schriftsteller und sorgte damit für Lachen im Gerichtssaal.

King, dessen Werke von Simon & Schuster veröffentlicht werden, erinnerte sich daran, dass er 1974 seinen ersten Scheck in Höhe von 2500 Dollar für das Buch "Carrie" erhalten haben, das nach der erfolgreichen Verfilmung mit Sissy Spacek in der Hauptrolle zu einem Bestseller wurde. Nach seinem Erfolg mit "Shining" sei er von einem Verleger ausgelacht worden, als er für die nächsten drei Bücher zwei Millionen Dollar verlangt habe. Er habe daraufhin den Verlag gewechselt.

Penguin Random House und Simon & Schuster haben die Vorwürfe des Justizministeriums zurückgewiesen. Sie erklärten nach dem Einreichen der Klage, die geplante Übernahme habe Vorteile für Autoren, Leser und den Buchhandel und werde zusätzliche Investitionen in Veröffentlichungen ermöglichen. Penguin Random House mit Sitz in New York ist der weltgrößte Buchverlag und gehört vollständig zu Bertelsmann.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Angriff unter Clans: Auto fährt in Niedersachsen in Menschengruppe

Offenbar in Verbindung mit Auseinandersetzungen unter kriminellen Clans ist in Niedersachsen ein Auto in eine Menschengruppe gefahren. Fünf Betroffene wurden bei der Tat in der Nacht zum Dienstag in Neustadt am Rübenberge leicht bis schwer verletzt, wie die Polizei in Hannover mitteilte. Drei Tatverdächtige seien festgenommen worden, die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikts ein.

US-Rapper Jay-Z tritt in Super-Bowl-Halbzeitshow auf

US-Rapper Jay-Z wird Star der Halbzeitshow des Super Bowl im kommenden Frühjahr. Seit der Footballverband NFL vor sechs Jahren einen Vertrag mit Jay-Zs Produktionsfirma Roc Nation geschlossen habe, habe er von diesem Tag geträumt, erklärte NFL-Chef Roger Goodell bei der Ankündigung des Auftritts am Montag (Ortszeit). Roc Nation produziert seit 2020 die Halbzeitshows des Super Bowl und wählt die Musiker dafür aus, der Hip-Hop-Mogul selbst trat dort bisher aber noch nie auf.

Kein Anschlag laut Polizei: Auto fährt in Niedersachsen in Menschengruppe

Nachdem im niedersächsichen Neustadt am Rübenberge ein Auto in eine Menschengruppe gefahren ist, geht die Polizei davon aus, dass es sich nicht um einen Anschlag gehandelt hat. Es sei zu vermuten, dass der oder die Täter und die Menschen aus der Gruppe sich kannten, teilte die Polizei in Hannover am Dienstag mit. Vier bis fünf Betroffene wurden leicht bis schwer verletzt und kamen in Krankenhäuser, Lebensgefahr bestand demnach nicht.

Mutter und Sohn in Hessen von eigenem Hund angegriffen und schwer verletzt

Eine Mutter und ihr Sohn sind in Hessen vom eigenen Hund angegriffen und schwer verletzt worden. Der Mann erstach daraufhin sein Haustier, wie die Polizei Gießen am Montagabend mitteilte. Demnach wurde die 70-Jährige aus Marburg am Montagnachmittag von dem Staffordshire Bullterrier aus unklarer Ursache angegriffen und in den Arm gebissen. Ihr 49 Jahre alter Sohn versuchte daraufhin zu helfen.

Textgröße ändern: