Deutsche Tageszeitung - Finnlands Ex-Regierungschefin Sanna Marin gibt Abgeordnetenmandat auf

Finnlands Ex-Regierungschefin Sanna Marin gibt Abgeordnetenmandat auf


Finnlands Ex-Regierungschefin Sanna Marin gibt Abgeordnetenmandat auf
Finnlands Ex-Regierungschefin Sanna Marin gibt Abgeordnetenmandat auf / Foto: © Lehtikuva/AFP

Abschied auf Raten: Nach der Niederlage ihrer Sozialdemokraten bei der Parlamentswahl und ihrem Rückzug vom Parteivorsitz gibt Finnlands Ex-Ministerpräsidentin Sanna Marin auch ihren Parlamentssitz auf. Sie werde künftig als Beraterin für die gemeinnützige Stiftung Institute for Global Change des früheren britischen Premierministers Tony Blair arbeiten, sagte Marin am Donnerstag vor Journalisten.

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"Ich kann auch in anderen Funktionen für Finnland arbeiten", sagte die 37-Jährige. In ihrem neuen Job werde sie "Regierungen und führende Vertreter verschiedener Länder in politischen Fragen beraten, mit denen ich vertraut bin", führte sie aus und betonte, sie glaube, dass von der Arbeit das ganze Land profitieren werde.

Marin war bei ihrem Amtsantritt 2019 mit 34 Jahren die jüngste Regierungschefin der Welt. Ungeachtet ihrer persönlichen Popularität verloren ihre Sozialdemokraten jedoch im vergangenen April die Parlamentswahl.

Marin übernahm die Verantwortung für die Niederlage und gestand gleichzeitig ein, dass ihre vierjährige Amtszeit als Regierungschefin ihren Tribut gefordert habe: "Meine eigene Ausdauer wurde manchmal auf die Probe gestellt."

Sie kündigte damals an, den Vorsitz ihrer SDP aufzugeben und nur noch einfache Abgeordnete im Parlament sein zu wollen. Im Mai dann verkündete sie, dass sie und ihr Mann Markus Räikkonen "gemeinsam" die Scheidung eingereicht hätten. Nun ist sie auch nicht mehr Abgeordnete.

Ende August vergangenen Jahres hatte ein in Online-Netzwerken verbreitetes Video von Marin für Aufregung gesorgt, das die als Politik-Rockstar gefeierte Ministerpräsidentin beim ausgelassenen Tanzen und Feiern mit Freunden und Prominenten zeigt. Die Bilder gingen um die Welt. Es entzündeten sich Diskussionen zum Verhalten von Staats- und Regierungschefs in ihrem Privatleben, einige forderten einen Drogentest von Marin - eine Forderung, der sie schließlich nachkam, um die Gerüchte zu beenden.

(A.Nikiforov--DTZ)

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