Deutsche Tageszeitung - Schäuble in Offenburg beigesetzt - Merz in Trauerrede: "Du hast Großes geleistet"

Schäuble in Offenburg beigesetzt - Merz in Trauerrede: "Du hast Großes geleistet"


Schäuble in Offenburg beigesetzt - Merz in Trauerrede: "Du hast Großes geleistet"
Schäuble in Offenburg beigesetzt - Merz in Trauerrede: "Du hast Großes geleistet" / Foto: © AFP

Der an Weihnachten verstorbene langjährige CDU-Politiker Wolfgang Schäuble ist in seiner Heimatstadt Offenburg beigesetzt worden. Bei einer öffentlichen Trauerfeier nahmen Angehörige und politische Weggefährten am Freitagmittag zuvor Abschied von dem ehemaligen Bundestagspräsidenten. CDU-Chef Friedrich Merz würdigte in einer Trauerrede Schäubles Lebenswerk des ehemaligen Bundestagspräsidenten. "Wolfgang: Du hast Großes geleistet – und es ist gut geworden", sagte Merz bei der Zeremonie.

Textgröße ändern:

Der Unionsfraktionschef hob Schäubles Rolle bei der deutschen Wiedervereinigung sowie bei der Entscheidung für Berlin als neue Hauptstadt hervor. Außerdem würdigte Merz das Engagement des früheren Bundesfinanzministers für Europa. Schäubles Krisenmanagement in der Staatsschuldenkrise habe den Euro gerettet, sagte Merz. "Überhaupt Europa: Seine Gedanken zu Europa aus dem Jahr 1994 haben bis heute Gültigkeit und werden bis in die jüngste Zeit hinein immer wieder genannt als Vorbild, wie Europa denn besser funktionieren könnte", sagte Merz weiter.

Wolfgang Schäuble habe Entscheidungen getroffen und "dabei tiefe Spuren hinterlassen". Er bleibe "vielen von uns ein Vorbild" und reihe sich ein "in die erste Reihe der nicht allzu großen Zahl der deutschen Nachkriegspolitiker, die im wahrsten Sinne des Wortes unsere 'Geschichte geschrieben' haben".

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nannte Schäuble in seiner Rede einen "großen Sohn unseres Landes", einen "leidenschaftlichen Demokraten" und einen "Herzenseuropäer". Deutschland verliere mit Schäuble eine "ganz große politische Persönlichkeit".

An dem Trauergottesdienst in der evangelischen Stadtkirche nahmen neben Schäubles Familie, Merz und Kretschmann auch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD), der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sowie eine Reihe weiterer CDU-Politiker teil. Am gleichen Ort hatte Schäuble an Weihnachten kurz vor seinem Tod nach den Worten der badischen Landesbischöfin Heike Springhart noch ein Krippenspiel besucht.

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war bei dem Trauergottesdienst nicht zugegen. Wie eine Sprecherin auf Anfrage mitteilte, will sie aber an dem für den 22. Januar geplanten Staatsakt für Schäuble in Berlin im Bundestag teilnehmen. "Ihre Gedanken begleiten Familie Schäuble auch bei der derzeit stattfindenden Trauerfeier in Offenburg", hieß es jedoch.

Nach dem Trauergottesdienst wurde der Sarg auch mit militärischen Ehren durch die Stadt getragen. Schäuble wurde dann auf dem zentral gelegenen Waldbachfriedhof im engen Familienkreis beigesetzt. Das Grab wurde anschließend auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Schäuble war am zweiten Weihnachtstag im Alter von 81 Jahren in Offenburg gestorben. Der 1942 in Freiburg geborene Schäuble war unter anderem Bundesinnenminister und Bundesfinanzminister, Unionsfraktionschef und Parteivorsitzender der CDU. Von 2017 bis 2021 war er Präsident des Deutschen Bundestags, dem er 51 Jahre ununterbrochen angehörte.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

"Star Trek"- und "X-Men"-Star Patrick Stewart mit 86 Jahren gestorben

Er brillierte in Shakespeare-Dramen und gelangte mit "Star Trek" und "X-Men" zu Weltruhm - nun ist der Schauspieler Patrick Stewart im Alter von 86 Jahren gestorben. Stewart starb am Mittwoch in seinem Haus in Los Angeles nach einer "kurzen und heftigen" Erkrankung an Alzheimer und Lewy-Body-Demenz, wie es in einer am Donnerstag auf seinen Online-Accounts verbreiteten Erklärung hieß.

Social-Media-Verbot: EU-Kommission bremst nationale Alleingänge aus

Die EU-Kommission pocht beim Social-Media-Verbot für Kinder auf eine EU-weit einheitliche Altersgrenze und hat nationale Alleingänge deshalb ausgebremst. Österreich und weitere Staaten dürften für ein Jahr keine eigenen Verbote einführen, bevor das geplante EU-Gesetz in Kraft trete, sagte ein Kommissionssprecher am Donnerstag in Brüssel. Das betrifft womöglich auch die Pläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU).

Autoattacke in Neustadt am Rübenberge: Tatverdächtiger Fahrer festgenommen

Nach einer Autoattacke mit fünf Verletzten im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge haben Ermittler den tatverdächtigen mutmaßlichen Fahrer gefasst. Ihm werde unter anderem versuchter Totschlag in fünf Fällen vorgeworfen, teilte die Polizei in Hannover am Mittwoch mit. Der Mann wurde demnach bereits am Dienstag in Neustadt am Rübenberge festgenommen.

Cousin von Albert II. von Monaco tot - fahrlässige Tötung vermutet

Nach dem Tod eines Mitglieds der Fürstenfamilie von Monaco ist ein Mann der fahrlässigen Tötung und der unterlassenen Hilfeleistung angeklagt worden. Der Verdächtige ukrainischer Herkunft befinde sich in Untersuchungshaft, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch in Monaco mit. Ein Untersuchungsrichter habe die Ermittlungen übernommen. Die Todesursache sei vermutlich ein Sturz aus 13 Meter Höhe von einem Boulevard in den Hinterhof eines Gebäudes.

Textgröße ändern: