Deutsche Tageszeitung - US-Rapper Young Thug nach Schuldeingeständnis auf freien Fuß gesetzt

US-Rapper Young Thug nach Schuldeingeständnis auf freien Fuß gesetzt


US-Rapper Young Thug nach Schuldeingeständnis auf freien Fuß gesetzt
US-Rapper Young Thug nach Schuldeingeständnis auf freien Fuß gesetzt / Foto: © AFP/Archiv

Der US-Rapper Young Thug hat sich im Strafverfahren wegen mutmaßlicher Bandenkriminalität schuldig bekannt und ist auf freien Fuß gesetzt worden. In Bezug auf sechs Anklagepunkte etwa zu Verstößen gegen Waffen- und Drogengesetze und der Beteiligung an einer kriminellen Bande plädierte der Musiker mit dem bürgerlichen Namen Jeffery Lamar Williams am Donnerstag auf schuldig. Nach einem Bericht der "New York Times" wurde der 33-Jährige zusätzlich zu der bereits in Haft verbüßten Zeit zu 15 Jahren auf Bewährung verurteilt.

Textgröße ändern:

In Bezug auf Vorwürfe des "racketeering" (auf Deutsch etwa organisiertes Verbrechen) und der Anführerschaft einer kriminellen Straßenbande stritt der 33-Jährige die Schuld weder ab noch erkannte er sie an - was den gleichen Effekt wie ein Schuldeingeständnis hat.

Aus im Internet einsehbaren Gefängnisdokumenten ging hervor, dass Young Thug am Donnerstag unter seinem Geburtsnamen entlassen wurde. Die Anklagepunkte wurden als "verbüßte Zeit" oder "Bewährung" in der Datenbank aufgeführt.

Young Thug - bekannt unter anderem für den Hit "Havana" mit Camila Cabello aus dem Jahr 2017 - war im Mai 2022 im US-Bundesstaat Georgia als eines von 28 mutmaßlichen Mitgliedern einer Straßengang in Atlanta angeklagt worden. Den Angeklagten, von denen nun sechs vor Gericht gestellt wurden, wurden unter anderem Mord, Körperverletzung, Autodiebstahl und Drogenhandel zur Last gelegt, außerdem der übergreifende Straftatbestand der organisierten Kriminalität.

Der Prozess gegen sechs Angeklagte sorgte unter anderem deswegen für Interesse, weil die Staatsanwaltschaft Songtexte von Young Thug als Beweismittel verwenden durfte, wenn sie Bezüge zu konkreten Straftaten herstellen kann. Die Verteidigung kritisierte dies scharf und beteuerte, bei den Texten handele es sich um Fiktion. Experten kritisieren die Verwendung von Rap-Texten als Beweismittel ebenfalls und sehen dies als eine Form der Kriminalisierung schwarzer Musiker.

Die Staatsanwaltschaft argumentierte, Young Thugs Plattenlabel YSL (Young Stoner Life Records), das Hiphop und Trap verbreitet, sei in Wirklichkeit der Deckmantel für eine Straßengang mit dem Namen Young Slime Life, ebenfalls YSL abgekürzt. Die Verteidigung erklärte dagegen, Young Stoner Life Records sei nur ein loser Zusammenschluss von Künstlern und keine Gang. YSL ist auch die Abkürzung des französischen Modehauses Yves Saint Laurent.

Es handelt sich bei dem Prozess um die längste Gerichtsverhandlung in der Geschichte Georgias. Die Auswahl der Geschworenen begann bereits im Januar 2023, doch die Eröffnungsplädoyers fanden erst Ende November desselben Jahres statt.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

"Star Trek"- und "X-Men"-Star Patrick Stewart mit 86 Jahren gestorben

Er brillierte in Shakespeare-Dramen und gelangte mit "Star Trek" und "X-Men" zu Weltruhm - nun ist der Schauspieler Patrick Stewart im Alter von 86 Jahren gestorben. Stewart starb am Mittwoch in seinem Haus in Los Angeles nach einer "kurzen und heftigen" Erkrankung an Alzheimer und Lewy-Body-Demenz, wie es in einer am Donnerstag auf seinen Online-Accounts verbreiteten Erklärung hieß.

Social-Media-Verbot: EU-Kommission bremst nationale Alleingänge aus

Die EU-Kommission pocht beim Social-Media-Verbot für Kinder auf eine EU-weit einheitliche Altersgrenze und hat nationale Alleingänge deshalb ausgebremst. Österreich und weitere Staaten dürften für ein Jahr keine eigenen Verbote einführen, bevor das geplante EU-Gesetz in Kraft trete, sagte ein Kommissionssprecher am Donnerstag in Brüssel. Das betrifft womöglich auch die Pläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU).

Autoattacke in Neustadt am Rübenberge: Tatverdächtiger Fahrer festgenommen

Nach einer Autoattacke mit fünf Verletzten im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge haben Ermittler den tatverdächtigen mutmaßlichen Fahrer gefasst. Ihm werde unter anderem versuchter Totschlag in fünf Fällen vorgeworfen, teilte die Polizei in Hannover am Mittwoch mit. Der Mann wurde demnach bereits am Dienstag in Neustadt am Rübenberge festgenommen.

Cousin von Albert II. von Monaco tot - fahrlässige Tötung vermutet

Nach dem Tod eines Mitglieds der Fürstenfamilie von Monaco ist ein Mann der fahrlässigen Tötung und der unterlassenen Hilfeleistung angeklagt worden. Der Verdächtige ukrainischer Herkunft befinde sich in Untersuchungshaft, teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Mittwoch in Monaco mit. Ein Untersuchungsrichter habe die Ermittlungen übernommen. Die Todesursache sei vermutlich ein Sturz aus 13 Meter Höhe von einem Boulevard in den Hinterhof eines Gebäudes.

Textgröße ändern: