Deutsche Tageszeitung - Menschenkette und Kerzen: Dresden gedenkt Zerstörung der Stadt vor 80 Jahren

Menschenkette und Kerzen: Dresden gedenkt Zerstörung der Stadt vor 80 Jahren


Menschenkette und Kerzen: Dresden gedenkt Zerstörung der Stadt vor 80 Jahren
Menschenkette und Kerzen: Dresden gedenkt Zerstörung der Stadt vor 80 Jahren / Foto: © AFP

Mit Kranzniederlegungen, Andachten und Kerzen ist am Donnerstag in Dresden an die Zerstörung der Stadt vor 80 Jahren erinnert worden. Am Abend versammelten sich nach Angaben der Stadt rund 10.000 Bürgerinnen und Bürger zu einer Menschenkette rund um die Altstadt mit ihren bekannten Bauten wie der Frauenkirche. Sie mahnten damit zu Frieden und setzten zugleich ein Zeichen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus.

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In die Menschenkette reihte sich neben Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) unter anderem auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ein. Bereits zuvor hatte es in Dresden am Donnerstag zahlreiche Gedenkveranstaltungen unter anderem auf Friedhöfen gegeben. Auf dem zentralen Altmarkt, wo nach den Luftangriffen vom Februar 1945 die Leichen von fast 6900 Menschen verbrannt worden waren, legten Menschen Blumen nieder. An der im Krieg zerstörten und vor einigen Jahren wieder aufgebauten Frauenkirche stellten Dresdner zum stillen Gedenken Kerzen ab.

Bei den Luftangriffen alliierter Bomber auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 waren etwa 25.000 Menschen getötet worden. Weite Teile der historischen Altstadt wurden zerstört. In der Vergangenheit versuchten Rechtsextremisten immer wieder, den Jahrestag für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Aufgrund der starken Gegenproteste wurden größere Neonaziaufmärsche rund um den 13. Februar in den vergangenen Jahren verhindert.

In diesem Jahr allerdings beobachteten Polizei und Verfassungsschutz eine deutlich stärkere Mobilisierung der rechtsextremistischen Szene zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens. Die Sicherheitsbehörden erwarteten Rechtsextremisten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland. Am Donnerstag wollten Rechte in Dresden unter anderem eine Kundgebung sowie eine Mahnwache abhalten. Es waren zahlreiche Gegendemonstrationen angekündigt.

Für Samstag ruft die rechtsextremistische Szene wie jedes Jahr zu einem sogenannten Gedenkmarsch auf, zu dem die Veranstalter rund 2000 Teilnehmer erwarten. Auch dagegen ist breiter Protest unter anderem des Bündnisses Dresden Wiedersetzen und der linken Szene angekündigt. Die Dresdner Polizei geht von einer "konfrontativen Versammlungslage" aus und ist mit Unterstützung von Kräften aus anderen Bundesländern an beiden Tagen mit einem Großaufgebot im Einsatz.

(L.Svenson--DTZ)

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