Deutsche Tageszeitung - Britischer Bestsellerautor und Abenteurer Frederick Forsyth gestorben

Britischer Bestsellerautor und Abenteurer Frederick Forsyth gestorben


Britischer Bestsellerautor und Abenteurer Frederick Forsyth gestorben
Britischer Bestsellerautor und Abenteurer Frederick Forsyth gestorben / Foto: © AFP/Archiv

Er galt als ein Meister des Spionageromans: Der britische Bestsellerautor Frederick Forsyth ist im Alter von 86 Jahren gestorben. "Wir betrauern den Tod eines der weltgrößten Thriller-Autoren", erklärte sein Literaturagent Jonathan Lloyd am Montag. Forsyth wurde durch Spionageromane wie "Der Schakal" und "Die Akte Odessa" weltberühmt, seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erreichten Millionen-Auflagen.

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Forsyth starb am Montagmorgen nach kurzer Krankheit und umgeben von seiner Familie in seinem Zuhause, wie seine Literaturagentur weiter mitteilte. "Noch vor ein paar Wochen habe ich mit ihm zusammengesessen und einen neuen und bewegenden Dokumentarfilm über sein Leben angesehen - ein außergewöhnliches und gut gelebtes Leben", schrieb Forsyths Agent Lloyd weiter.

Forsyth war Pilot bei der Royal Air Force, Reporter der britischen Nachrichtenagentur Reuters und der BBC und arbeitete mehr als 20 Jahre lang für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6, wie er in seiner Autobiografie "Outsider" schilderte. Als Gegenleistung für seine Spionagetätigkeiten erhielt Forsyth nach eigenen Angaben Unterstützung bei den Recherchen für seine Bücher.

Der Schriftsteller verfasste mehr als 25 Romane, die in mehr als 75 Millionen Exemplaren verkauft wurden.

Nachdem er als einer der jüngsten Piloten aller Zeiten bei der Royal Air Force gedient habe, habe sich Forsyth dem Journalismus zugewandt und sein Sprachtalent in Deutsch, Französisch und Russisch genutzt, um als Auslandskorrespondent in Biafra in Nigeria zu arbeiten, schrieb sein Agent. Abgestoßen von den Ereignissen während des dortigen Bürgerkrieges habe er sein erstes und vermutlich berühmtestes Buch "Der Schakal" geschrieben und aus dem Stand heraus einen Bestseller gelandet.

Forsyth schrieb das Buch vor allem aus Geldnot und um seine Schulden abzahlen zu können, wie er in seiner Autobiografie verriet. Er hatte Glück: Die in nur 35 Tagen niedergeschriebene Geschichte über einen fiktiven Attentatsversuch von Rechtsextremisten auf den französischen Präsidenten Charles de Gaulle hatte bei ihrer Veröffentlichung 1971 sofortigen Erfolg. "Der Schakal" wurde 1973 fürs Kino verfilmt, im vergangenen Jahr kam zudem eine auf dem Buch basierende Fernsehserie mit Schauspieler Eddie Redmayne heraus.

Seine Inspiration fand Forsyth in seinem eigenen Abenteurer-Leben, das ihn unter anderem auf Spionage-Einsätzen in die DDR, nach Südafrika und ins heutige Simbabwe führte. Für seine Spionageromane unternahm er ausgedehnte Recherchereisen - bis seine Frau Sandy Molloy dem einen Riegel vorschob.

Nach seinem letzten Trip nach Somalia 2013 zu Recherchen für den Roman "Die Todesliste" habe sie ihm gesagt: "Du bist viel zu alt, diese Orte sind verdammt gefährlich und du rennst nicht mehr so eifrig und flink wie früher", schilderte Forsyth 2016 der Nachrichtenagentur AFP.

Im Spätsommer soll laut Forsyths Verleger Bill Scott-Kerr eine Fortsetzung von "Die Akte Odessa" erscheinen. Für "Revenge of Odessa" arbeitete er demnach mit Thriller-Autor Tony Kent zusammen.

(O.Zhukova--DTZ)

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