Deutsche Tageszeitung - Kölner Zoo verteidigt umstrittene Einschläferung von Löwenjungen

Kölner Zoo verteidigt umstrittene Einschläferung von Löwenjungen


Kölner Zoo verteidigt umstrittene Einschläferung von Löwenjungen
Kölner Zoo verteidigt umstrittene Einschläferung von Löwenjungen / Foto: © AFP/Archiv

Der Kölner Zoo hat eine umstrittene Einschläferung von zwei Löwenjungen verteidigt. Es sei nichts unversucht gelassen worden, Mutter Gina an die erst in der vergangenen Woche geborenen Jungtiere zu gewöhnen, teilte der Zoo am Dienstag mit. Auch nach mehreren Tagen habe sie diese aber nicht richtig angenommen und versorgt. Deswegen seien die beiden neu geborenen Asiatischen Löwen eingeschläfert worden.

Textgröße ändern:

Das männliche und das weibliche Tier waren Anfang vergangener Woche geboren worden. Um Ruhe für ihren neuen Wurf Ruhe zu haben, sei Gina von ihren älteren Jungtieren getrennt worden. Die Situation in der Wurfbox sei beobachtet worden. Zwischenzeitlich habe eines der Jungtiere bei Gina Milch trinken können, was zunächst Hoffnung gegeben habe. Jedoch habe sie sich nicht ausreichend um ihren Nachwuchs gekümmert.

Gina habe immer wieder zu ihren ältern Jungtieren gewollt, die ebenfalls noch nicht selbstständig seien. Aus ihrer Sicht habe sie rational gehandelt, erklärte der Zoo. Sie habe den fast ausgereiften Nachwuchs von 2024 aufziehen wollen. Die Überlebenschancen des sehr früh geborenen Wurfs von vergangener Woche seien von Anfang an ausgesprochen gering gewesen.

Schließlich habe der Zoo entschieden, die bereits stark entkräfteten Jungtiere einzuschläfern, um ihnen unnötiges Leid zu ersparen. Auf eine Handaufzucht sei verzichtet worden, um eine Fehlprägung auf Menschen zu verhindern. "Es ist für uns eine belastende Entscheidung gewesen", erklärte Zoodirektor Theo Pagel. Die Einschläferung wurde am Montag mitgeteilt.

Dass sich eine Löwenmutter nur um die Jungtiere kümmert, welche die größten Chancen haben, durchzukommen, sei evolutionär bedingt. Zwei der älteren Löwenjungen, die bereits 2024 geboren wurden, sollen den Kölner Zoo im Herbst verlassen.

Männliche Junglöwen verlassen die Mutter in der Natur mit etwa 24 Monaten, während junge Löwinnen oft im Rudel bleiben. Im ersten Jahr gibt es eine hohe Sterblichkeit. Im Schnitt kommt nur ein Wurf im Leben einer erwachsenen Löwin durch. Die Überlebenschancen von Würfen im Zoo sei insgesamt deutlich höher.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Sony stellt Verkauf von Roboterhündchen Aibo in Japan ein

Sony stellt den Verkauf seines beliebtes Roboterhündchen Aibo in Japan ein. Die Lagerbestände des aktuellen Modells ERS-1000 würden jedoch noch abverkauft, erklärte der Elektronikkonzern. Dienstleistungen wie technische Unterstützung, Ersatzteile und Abonnements für Onlineclouddienste zur Speicherung von Daten des Roboterhundes würden weiterhin angeboten.

Stuttgarter Feuerwehr rettet vier junge Turmfalken aus heißer Blechverkleidung

Aus einer aufgeheizten Blechverkleidung hat die Feuerwehr in Stuttgart vier junge Turmfalken gerettet. Wie die Einsatzkräfte am Donnerstagabend in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mitteilten, wurden sie am Nachmittag vom Umweltamt angefordert. Die Jungvögel steckten demnach in einem Wohn- und Geschäftshaus hinter einer gut 65 Grad Celsius heißen Blechverkleidung eines Kamins fest.

Polizisten retten in Thüringen Schwanenfamilie von Straße

Polizisten haben im thüringischen Gera eine Schwanenfamilie von einer Straße gerettet. Die zwei Elterntiere und sieben Jungschwäne brachen am Donnerstagmorgen zu einem Spaziergang zwischen Thieschitz und Bad Köstritz auf, wie die Beamten in Gera mitteilten. Dadurch blockierten sie im Berufsverkehr die Straße.

WHO kündigt Tests von zwei Behandlungen gegen Ebola für kommende Woche an

In der von dem jüngsten Ebola-Ausbruch schwer betroffenen Demokratischen Republik Kongo sollen voraussichtlich ab der kommenden Woche zwei Therapien zur Behandlung der tödlichen Krankheit klinisch getestet werden. Die Vorbereitungen dafür seien inzwischen abgeschlossen, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Mittwoch vor Journalisten in Genf.

Textgröße ändern: