Deutsche Tageszeitung - "Löwe" des US-Kinos: Hollywood-Legende Robert Redford gestorben

"Löwe" des US-Kinos: Hollywood-Legende Robert Redford gestorben


"Löwe" des US-Kinos: Hollywood-Legende Robert Redford gestorben
"Löwe" des US-Kinos: Hollywood-Legende Robert Redford gestorben / Foto: © AFP/Archiv

Eine Hollywood-Legende ist tot: Der Schauspieler Robert Redford ist im Alter von 89 Jahren gestorben, wie seine Managerin Cindi Berger am Dienstag mitteilte. Er sei in seinem Haus in Sundance im US-Bundesstaat Utah im Kreise seiner Familie entschlafen. Angaben zur Todesursache machte Berger zunächst nicht.

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Filmgrößen äußerten sich bestürzt über Redfords Tod. Die Schauspielerin Meryl Streep, die in "Jenseits von Afrika" an seiner Seite spielte, nannte ihn "einen der Löwen" des US-Kinos. Die Schauspielerin Jane Fonda, die vier Filme mit Redford drehte, erklärte: "Er stand für ein Amerika, für das wir weiter kämpfen müssen." US-Präsident Donald Trump nannte ihn einen "großartigen" Vertreter der Filmbranche.

Redford zählte zu den weltweit bekanntesten US-Schauspielern und spielte in mehr als 50 Filmen mit, zahlreiche von ihnen wurden Hollywood-Welterfolge. Der Durchbruch gelang ihm 1969 an der Seite von Paul Newman in dem Gangsterfilm "Butch Cassidy und Sundance Kid". Weitere Erfolge waren unter anderem Filme wie "Der Clou", "Die drei Tage des Condor", "Die Unbestechlichen" oder auch "Der Pferdeflüsterer".

Redford setzte sich in seiner Arbeit mit den Vereinigten Staaten, ihren Widersprüchen und Konflikten auseinander. Das zeigte bereits einer seiner frühen Filme, die Politsatire "Bill McKay - Der Kandidat" von 1972.

Vier Jahre später folgte dann "Die Unbestechlichen", der Film über die Aufdeckung des Watergate-Skandals, für den Redford die Rechte an der Buchvorlage der Enthüllungsreporter Carl Bernstein und Bob Woodward erworben hatte. In dem Film verkörperte er Bob Woodward. Die Serie seiner gesellschaftskritischen Werke setzte sich über die Jahrzehnte fort: "Von Löwen und Lämmern" (2007) etwa hinterfragte den sogenannten Krieg der USA gegen den Terror.

Redford sei "ein Intellektueller, ein Künstler und ein Cowboy", sagte die Schauspielerin Barbra Streisand, als sie ihm im Jahr 2002 den Ehrenoscar für sein Lebenswerk überreichte. Redford selbst bescheinigte sich einmal "Humor, Geschick, Verstand, Sexappeal - in dieser Reihenfolge".

Mit stahlblauen Augen, rotblonden Haaren, markanten Gesichtszügen und einem breiten Lächeln galt Robert Redford als Sunnyboy und Sexsymbol. Dem Ruf als Hollywoods "Golden Boy" entkam er jedoch mit harter Arbeit. Nach rund 20 Jahren als Schauspieler wechselte er als Regisseur hinter die Kamera und gewann mit seinem Erstlingswerk "Eine ganz normale Familie" 1981 den Oscar.

Zudem förderte Redford den unabhängigen Film in den USA. Mit dem Sundance-Festival schuf er dafür 1985 ein weltberühmtes Forum. Er förderte heute weltbekannte Regisseure wie Jim Jarmush, Quentin Tarantino und Steven Soderbergh. "Wir sind zutiefst bestürzt über den Verlust unseres Gründers und Freundes Robert Redford," erklärte das Sundance-Institut.

Auch politisch war Redford aktiv. Er engagierte sich für den Umweltschutz und trat gegen Kohlekraftwerke ein. Der damalige US-Präsident Barack Obama zeichnete ihn 2016 für sein Engagement mit der Freiheitsmedaille aus, der höchsten zivilen Ehrung der Vereinigten Staaten.

Als Charles Robert Redford Jr. wurde der Schauspieler und Regisseur am 18. August 1936 in Santa Monica im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Mit seiner ersten Frau, Lola Van Wagenen, hatte er vier Kinder. Im Jahr 2009 heiratete er die deutsche Künstlerin und langjährige Freundin Sibylle Szaggars.

Immer wieder überschattete privates Leid Redfords Karriere: So starb sein Sohn James Redford, ebenfalls Filmemacher und Umwelt-Aktivist, 2020 im Alter von 58 Jahren; sein Sohn Scott war bereits 1959 am plötzlichen Kindstod gestorben.

Vor sieben Jahren kündigte Redford an, dass er sich mit dem Film "Ein Gauner und ein Gentleman" als Schauspieler "in Richtung Ruhestand bewegen" werde. 2019 hatte er noch einen kurzen Auftritt im Science-Fiction-Actionfilm "Avengers: Endgame".

(Y.Leyard--DTZ)

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