Deutsche Tageszeitung - Gottschalks Karriereende: Der Großmeister des Überziehens tritt vorzeitig ab

Gottschalks Karriereende: Der Großmeister des Überziehens tritt vorzeitig ab


Gottschalks Karriereende: Der Großmeister des Überziehens tritt vorzeitig ab
Gottschalks Karriereende: Der Großmeister des Überziehens tritt vorzeitig ab / Foto: © AFP/Archiv

Er war der Großmeister des Überziehens - doch seine letzte große Show hat Thomas Gottschalk vor dem Ende vorzeitig verlassen: Die 75 Jahre alte Fernsehlegende trat Samstagabend zum Status-Quo-Klassiker "Rockin' all over the world" in der noch laufenden RTL-Show "Denn sie wissen nicht, was passiert" von der Fernsehbühne ab, an der Seite seiner Ehefrau Karina.

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Gottschalk will sich nun ganz aus der Öffentlichkeit zurückziehen. "Ich gehe in Rente. Es ist schon so, dass man das Gefühl hat, dass man es hinter sich hat in irgendeiner Form", sagte er in einem Gespräch mit Günther Jauch während der Show. Gottschalk, Jauch und Barbara Schöneberger bildeten seit 2018 ein Team in der RTL-Spielshow. So wie Gottschalk werden auch Jauch und Schöneberger bei "Denn sie wissen nicht, was passiert" aussteigen. Nach Gottschalks Abschied machten Schöneberger und Jauch die Ausgabe am Samstagabend mit den anderen Gästen weiter.

Der vor allem mit der ZDF-Show "Wetten, dass..?" über viele Jahre erfolgreiche und für zahlreiche überzogene Sendungen verantwortliche Gottschalk sprach mit Jauch auch offen über seine Krebserkrankung, die er erst kürzlich öffentlich gemacht hatte. "Ich rede da nicht gerne drüber, weil das Thema privat und dienstlich auseinander gehalten werden sollte", sagte Gottschalk. Sein Krebs sei aber "sehr selten und auch sehr gefährlich."

Nachdem er operiert wurde, sei der als Hinweis auf Krebs geltende PSA-Wert bei Null gewesen, was ein sehr gutes Zeichen sei. "Man kann Daumen drücken und hoffen, dass es weg ist." Er gehe auch optimistisch in die anstehende Nachsorgeuntersuchung.

Gottschalk hatte seine Erkrankung öffentlich gemacht, nachdem ihm bei seinen Auftritten bei der Bambi-Verleihung und bei der Verleihung des Medienpreis Romy Aussetzer unterlaufen waren und er verwirrt wirkte. In Interviews erklärte er dies mit den starken Schmerzmitteln, die er nehmen müsse. Bei Jauch sprach er nun von einem "Brainfog" - also eine Art Nebel im Kopf -, den er habe. "Zu später Stunde wird er immer schlimmer."

In seiner letzten Samstagabendshow bei "Denn sie wissen nicht, was passiert" war zwischenzeitlich von Gottschalks legendärer früherer Schlagfertigkeit wenig zu spüren, er wirkte im Vergleich zu früher äußerst passiv. Das Publikum feierte ihn dennoch. "Thomas, du bist eine Legende", stand auf einem selbst gemalten Schild im Publikum. "Wetten, dass wir Thommy vermissen" auf einem anderen.

Im Publikum saß auch Gottschalks Frau Karina. Sein langjähriger Freund und Filmpartner bei den in den 80er Jahren erfolgreichen "Supernasen"-Filmen, Mike Krüger, war Überraschungsgast. Krüger dichtete für seinen Kumpel Gottschalk seinen einstigen Hit "Mein Gott, Walter" mit der Zeile "Mein Gott, Thomas" um. Krüger hatte allerdings einen Texthänger am Ende des Lieds und bekam dafür die Ehre, den letzten verbalen Seitenhieb von seinem Kumpel zu hören: "Mike ist der nächste, der sich verabschiedet", lästerte Gottschalk.

Zuvor hatte Gottschalk im Gespräch mit Jauch, der lange ebenfalls ein enger Wegbegleiter war, noch einmal über seine Motivation für seinen Job gesprochen. "Alles, was ich gemacht habe, habe ich nur für die Leute getan", sagte Gottschalk. Der Beifall des Publikums sei das höchste, was einem passieren könne.

Fernsehen habe für ihn nichts mit Vorbereitung zu tun, Unterhaltung schon gar nicht. "Ich habe alles aus dem Ärmel gemacht. Das geht eben bis zu einem gewissen Punkt und dann nicht mehr", sagte Gottschalk mit Blick auf sein fortgeschrittenes Alter.

"Mit 75 ist, glaube ich, der richtige Zeitpunkt wenn man sagt, ich ziehe mich zurück", sagte Gottschalk. Ab jetzt habe die Öffentlichkeit nichts mehr mit ihm zu tun. Angst, dass es ihm langweilig werde, habe er nicht - falls doch, werde er bei Günther Jauch anrufen.

(N.Loginovsky--DTZ)

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