Deutsche Tageszeitung - Familie und Freunde nehmen Abschied von Filmstar und Tierschützerin Brigitte Bardot

Familie und Freunde nehmen Abschied von Filmstar und Tierschützerin Brigitte Bardot


Familie und Freunde nehmen Abschied von Filmstar und Tierschützerin Brigitte Bardot
Familie und Freunde nehmen Abschied von Filmstar und Tierschützerin Brigitte Bardot / Foto: © AFP

Bei einem Gottesdienst, bei dem die Sängerin Mireille Mathieu eine lateinische Hymne gesungen hat, haben Angehörige, Freunde und Prominente am Mittwoch von der Schauspielerin Brigitte Bardot Abschied genommen. Der französische Filmstar, der seine zweite Lebenshälfte dem Tierschutz gewidmet hatte, war Ende Dezember im Alter von 91 Jahren im südfranzösischen Saint-Tropez gestorben. Die Trauerfeier war auf Wunsch von Bardot schlicht gestaltet worden.

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Der Gottesdienst wurde auf Großbildschirmen an mehreren Orten in Saint-Tropez übertragen. In der kleinen Kirche waren zwei Porträts von Brigitte Bardot ausgestellt, eins in jungen Jahren mit einem Robbenbaby im Arm und eines, auf dem sie bereits graue Haare hat.

Ihr 65 Jahre alter Sohn Nicolas-Jacques Charrier, zu dem sie ein gespanntes Verhältnis hatte, trug mit Tränen in den Augen den mit Weiden umflochtenen Sarg seiner Mutter in die Kirche. Er hatte seiner Mutter ein Blumengebinde mit Mimosen und den Worten "Für Mama" gewidmet. Charrier lebt mit seinen Töchtern und Enkelinnen in Oslo. Brigitte Bardot hatte das Sorgerecht seinem Vater Jacques Charrier überlassen und erklärt, dass sie keine mütterlichen Gefühle hege.

Mireille Mathieu bezeichnete Bardot als ihre "große Schwester". "Sie war die schönste Frau der Welt, und Frankreich hatte das Glück, die schönste Frau der Welt zu haben", sagte Mathieu vor Beginn der Trauerfeier dem Sender CNews. Sie sang während des Gottesdienstes das gefühlvolle Stück Panis Angelicus als Solo.

Zu den Gästen zählte auch Paul Belmondo, Sohn des Schauspielers Jean-Paul Belmondo, der Tierschützer Paul Watson und die Rechtsaußen-Politiker Marine Le Pen und Nicolas Dupont-Aignan, deren Ideen sich Bardot in ihren späteren Jahren angenähert hatte. Als Vertreterin der Regierung nahm die Gleichstellungs-Ministerin Aurore Bergé an der Trauerfeier teil.

Anschließend bewegte sich der Trauerzug zum Friedhof direkt am Meer, begleitet von der Gitarrenmusik der Gipsy Kings.

Bardot wurde nach der Trauerfeier im kleinen Kreis auf dem örtlichen Friedhof im Familiengrab bestattet - unweit vom Grab ihres ersten Ehemannes, des Regisseurs Roger Vadim, der ihr mit dem Film "Und immer lockt das Weib" zu Weltruhm verholfen hatte.

Sie spielte darin eine Frau, die selbstbewusst ihre Lust auslebt. Dies galt damals als skandalös und faszinierte viele Zuschauer deswegen um so mehr.

Ihr vierter und letzter Ehemann Bernard d'Ormale, mit dem sie gut drei Jahrzehnte ihres Lebens teilte, hatte sich in einem am Mittwoch erschienenen Interview erstmals zur Todesursache geäußert. "Sie hat zwei Operationen überstanden, aber dann ist sie an Krebs gestorben", sagte d'Ormale, ohne auf die Art der Krankheit näher einzugehen. In den 80er Jahren hatte Brigitte Bardot bereits Brustkrebs gehabt.

Sie sei umgeben von ihren Tieren gestorben, die sie sehr geliebt habe, sagte er der Zeitschrift "Paris Match". "Sie war bis zum Ende geistig anwesend und am Tierschutz interessiert", sagte d'Ormale mit Blick auf Bardots größtes Anliegen nach dem Ende ihrer Schauspielzeit.

Brigitte Bardot habe sich vor einigen Jahren von ihrem ursprünglichen Wunsch verabschiedet, sich auf ihrem Anwesen La Madrague in Saint Tropez bestatten zu lassen. "Sie sah ein, dass es für die Stadtverwaltung schwierig wäre", sagte er und verwies darauf, dass sie mit zahlreichen Besuchern ihres Grabes gerechnet habe. Stattdessen habe sie schließlich in der Familiengruft bestattet werden wollen, in der schon ihre Eltern und Großeltern liegen.

Bis Anfang der 70er Jahre hatte Bardot in etwa 50 Filmen gespielt und mit angesehenen Regisseuren wie Jean-Luc Godard und Louis Malle zusammengearbeitet. Sie gehörte damals zu den meistfotografierten Frauen der Welt.

1973 gab Bardot ihre Schauspielkarriere auf und widmete ihr Leben fortan bedrohten Tieren. Für die Gründung ihrer Tierschutz-Stiftung versteigerte sie Teile ihres Besitzes. Politisch driftete Bardot nach Rechtsaußen ab und wurde mehrfach wegen rassistischer Äußerungen zu Geldstrafen verurteilt.

(L.Møller--DTZ)

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