Deutsche Tageszeitung - US-Extremkletterer bezwingt ohne Absicherung 508 Meter hohen Wolkenkratzer in Taiwan

US-Extremkletterer bezwingt ohne Absicherung 508 Meter hohen Wolkenkratzer in Taiwan


US-Extremkletterer bezwingt ohne Absicherung 508 Meter hohen Wolkenkratzer in Taiwan
US-Extremkletterer bezwingt ohne Absicherung 508 Meter hohen Wolkenkratzer in Taiwan / Foto: © AFP

Als erster Mensch der Welt hat der US-Extremkletterer Alex Honnold ohne jegliche Absicherung den 508 Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101 in Taiwan erklommen. Vor hunderten am Fuß des Gebäudes versammelten Zuschauern bezwang der 40-Jährige am Sonntag (Ortszeit) das 101-stöckige Gebäude in Taipeh in anderthalb Stunden ohne Seil, Klettergurt oder Sicherheitsnetz. Die halsbrecherische Aktion wurde zudem live im Streamingdienst Netflix übertragen.

Textgröße ändern:

Zunächst war Honnolds Aufstieg für Samstag geplant gewesen, wurde dann aber wegen unsicherer Wetterbedingungen verschoben. Neben den Schaulustigen am Boden hatten sich auch zahlreiche Menschen innerhalb des Wolkenkratzers versammelt. Der 40-Jährige kletterte die Südostwand des aus Stahl und Glas gebauten Taipei 101 in einem roten T-Shirt und mit gelben, maßgeschneiderten Kletterschuhen empor. Als er an der vollverglasten Aussichtsplattform im 89. Stock vorbeikam, blickten zahlreiche Zuschauer von innen staunend durch die Scheiben und klopften daran.

Nachdem er auf dem Dach angekommen war, ließ sich Honnold abseilen und schloss zuerst seine Frau Sanni McCandless Honnold in die Arme. Vor Journalisten sagte er später, die Zeit sei "begrenzt", die Menschen sollten sie "auf die beste Weise nutzen". Er fügte an: "Wer wirklich hart arbeitet, kann schwierige Dinge meistern."

Honnold hatte nach eigenen Angaben bereits vor über einem Jahrzehnt beantragt, den Taipei 101 zu erklimmen und die Aufgabe stets als einen Traum für ihn bezeichnet. Es sei "großartig", dass es nun geklappt habe, sagte er am Sonntag. Taiwans Präsident Lai Ching-te gratulierte Honnold im Onlinedienst Facebook und schrieb von einer "wirklich bewegenden Herausforderung".

US-Extremkletterer Honnold ist nun der Erste, der den Taipei 101 im sogenannten "Free Solo"-Stil erklommen hat, also ohne jegliche Absicherung. Bereits 2004, im Jahr seiner Fertigstellung, wollte der als "Spiderman" bekannte französische Extremsportler Alain Robert die Herausforderung meistern. Aufgrund regnerischen Wetters sicherte er sich bei seiner Besteigung aber mit einem Sicherheitsseil ab.

Honnold, dem der freihändige Aufstieg nun gelang, hatte 2018 weltweit für Aufsehen gesorgt, als er den 900 Meter hohen Granitfelsen El Capitán im kalifornischen Yosemite-Nationalpark als erster Kletterer im Alleingang ohne Helm und ohne Seil bewältigte. Das Vorhaben wurde im Dokumentarfilm "Free Solo" festgehalten.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Sony stellt Verkauf von Roboterhündchen Aibo in Japan ein

Sony stellt den Verkauf seines beliebtes Roboterhündchen Aibo in Japan ein. Die Lagerbestände des aktuellen Modells ERS-1000 würden jedoch noch abverkauft, erklärte der Elektronikkonzern. Dienstleistungen wie technische Unterstützung, Ersatzteile und Abonnements für Onlineclouddienste zur Speicherung von Daten des Roboterhundes würden weiterhin angeboten.

Stuttgarter Feuerwehr rettet vier junge Turmfalken aus heißer Blechverkleidung

Aus einer aufgeheizten Blechverkleidung hat die Feuerwehr in Stuttgart vier junge Turmfalken gerettet. Wie die Einsatzkräfte am Donnerstagabend in der baden-württembergischen Landeshauptstadt mitteilten, wurden sie am Nachmittag vom Umweltamt angefordert. Die Jungvögel steckten demnach in einem Wohn- und Geschäftshaus hinter einer gut 65 Grad Celsius heißen Blechverkleidung eines Kamins fest.

Polizisten retten in Thüringen Schwanenfamilie von Straße

Polizisten haben im thüringischen Gera eine Schwanenfamilie von einer Straße gerettet. Die zwei Elterntiere und sieben Jungschwäne brachen am Donnerstagmorgen zu einem Spaziergang zwischen Thieschitz und Bad Köstritz auf, wie die Beamten in Gera mitteilten. Dadurch blockierten sie im Berufsverkehr die Straße.

WHO kündigt Tests von zwei Behandlungen gegen Ebola für kommende Woche an

In der von dem jüngsten Ebola-Ausbruch schwer betroffenen Demokratischen Republik Kongo sollen voraussichtlich ab der kommenden Woche zwei Therapien zur Behandlung der tödlichen Krankheit klinisch getestet werden. Die Vorbereitungen dafür seien inzwischen abgeschlossen, sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, am Mittwoch vor Journalisten in Genf.

Textgröße ändern: