Schriftsteller Salman Rushdie nennt Trump "korrupten Immobilienentwickler"
Der indisch-britische Autor Salman Rushdie sieht sich selbst als "glücklichen Schriftsteller". Ihm sei es gelungen, "den Großteil seines Lebens von seiner Arbeit zu leben", sagte der 78-Jährige dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Dienstag. Das bedeute, dass er nur schreibe, wenn er etwas zu sagen habe. "Ich habe mir nichts mehr zu beweisen - man schreibt die Bücher, von denen man das Gefühl hat, sie schreiben zu müssen."
In der "langen Saga" um seinen vierten Roman "Die satanischen Verse" und der von der damaligen iranischen Führung ausgesprochenen Fatwa sei "alles, was ich am meisten bewundere - Liebe, Kunst, Schönheit, Freiheit - all dem gegenübergestellt worden, was ich am meisten ablehne - Fanatismus, Bigotterie, Gewalt", sagte Rushdie.
Dass er vor zehn Jahren die US-Staatsbürgerschaft annahm, habe er trotz der politischen Lage nicht bereut. "Wenn man in einem Land lebt, möchte man wirklich ein Teil davon sein." Es sei seltsam zu sagen, hier sei sein Zuhause, aber er könne nicht teilnehmen und nicht wählen.
Seine Heimatstadt New York sei nicht gleichbedeutend mit den USA. "Wir hatten Trump schon lange durchschaut, als er noch ein korrupter Immobilienentwickler war, wir wussten alle, wer er war - leider wurde der Rest des Landes getäuscht", sagte Rushdie.
(M.Dorokhin--DTZ)