Deutsche Tageszeitung - Umfrage: Jeder vierte Mensch in Deutschland erlebte bereits digitale Gewalt

Umfrage: Jeder vierte Mensch in Deutschland erlebte bereits digitale Gewalt


Umfrage: Jeder vierte Mensch in Deutschland erlebte bereits digitale Gewalt
Umfrage: Jeder vierte Mensch in Deutschland erlebte bereits digitale Gewalt / Foto: © AFP/Archiv

Jeder vierte Mensch in Deutschland ist nach eigenen Angaben schon digitaler Gewalt ausgesetzt gewesen - etwa durch Mobbing, beleidigende Nachrichten oder die Verbreitung intimer Bilder. Das ergab eine am Freitag vom Branchenverband Bitkom in Berlin veröffentlichten Umfrage. 25 Prozent der Befragten erlebten entsprechende Vorkommnisse demnach bereits selbst.

Textgröße ändern:

Laut Umfrage waren 18 Prozent damit nach eigenen Angaben einmalig oder selten konfrontiert, fünf Prozent gelegentlich sowie zwei Prozent häufig. Insgesamt sinkt die Betroffenheit mit dem Alter deutlich. Während unter den 16- bis 29-Jährigen 43 Prozent von entsprechenden Erfahrungen berichten, sind es bei den Über-65-Jährigen acht Prozent.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) stellte am Freitag einen Gesetzentwurf vor, der Lücken im Strafrecht schließen und Opfern mehr Möglichkeiten geben soll, sich zur Wehr zu setzen. Das Gesetz richtet sich gegen pornografische Deepfakes - also gefälschte Bildaufnahmen, die mit künstlicher Intelligenz erstellt werden. Es nimmt aber auch eine ganze Reihe weiterer Erscheinungsformen von Netzgewalt ins Visier.

Vorgesehen ist die Einführung mehrerer neuer Straftatbestände: Die Herstellung und Verbreitung von sexualisierten Deepfakes soll ebenso im Strafgesetzbuch erfasst werden wie die Verbreitung sonstiger - nicht sexualbezogener - Deepfakes, die Persönlichkeitsrechte verletzen.

"Das neue Gesetz ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen digitale Gewalt", erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Freitag. "Entscheidend ist jetzt, dass digitale Gewalt schnell gestoppt und konsequent verfolgt wird – und dass es für die Betroffenen leichter wird, sich dagegen zu wehren." Politik, Plattformen und Strafverfolgung müssten dabei gemeinsam agieren, fügte der Verbandsvertreter hinzu.

Bitkom ließ 1004 Menschen im Alter ab 16 Jahren zu Erfahrungen mit digitaler Gewalt befragen. Laut Verband ist die Umfrage repräsentativ.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Prinz Harry will "Schlussstrich" unter Streit mit seiner Familie ziehen

Prinz Harry will nach seiner Rückkehr nach Großbritannien einen Schlussstrich unter den Streit mit dem Königshaus ziehen und sich unter anderem mit seinem Bruder William versöhnen. "Es wurden einige Schlachten geschlagen, und das war auch notwendig", sagte der Sohn von König Charles III. in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem Magazin "GQ". "Aber hoffentlich können wir alle einen Schlussstrich darunter ziehen."

Herbstferien in zahlreichen Bundesländern: ADAC rechnet mit Staus am Wochenende

Wegen der Herbstferien in zahlreichen Bundesländern rechnet der ADAC mit erhöhtem Staurisiko am kommenden Wochenende. In sechs Bundesländern enden die Herbstferien, während sie in Baden-Württemberg beginnen, wie der Automobilklub am Montag in München mitteilte. In fünf weiteren Bundesländern beginnt am Wochenende die zweite Ferienwoche.

Tierschützer retten dutzende Orang-Utans vor Waldbränden in Indonesien

Naturschützer haben in den vergangenen Wochen dutzende Orang-Utans aus den Waldbrandgebieten in Indonesien in Sicherheit gebracht. Ein Team habe seit dem 6. August mehr als 50 der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen vor Rauch und Flammen gerettet, teilten die Naturschutzbehörde der indonesischen Provinz West-Kalimantan und die Umweltschutzorganisation YIARI am Sonntag mit.

Herbstverkehr: Wildwechsel, Nebel und nasses Laub erhöhen Unfallrisiko

Autofahrer müssen im Herbst besonders mit Wildwechsel, schlechter Sicht und rutschigen Straßen rechnen. 2024 meldeten Versicherer mehr als 276.000 Wildunfälle.

Textgröße ändern: