Deutsche Tageszeitung - Isländische Walfänger töten nach zwei Jahren Pause wieder Wale

Isländische Walfänger töten nach zwei Jahren Pause wieder Wale


Isländische Walfänger töten nach zwei Jahren Pause wieder Wale
Isländische Walfänger töten nach zwei Jahren Pause wieder Wale / Foto: © AFP/Archiv

Nach zwei Jahren Pause haben isländische Walfänger wieder Wale getötet. Wie der Sender RUV am Montag berichtete, handelt es sich bei den zwei Finnwalen um die ersten in Island getöteten Wale seit 2023. Daniel Jonsson vom Walfangunternehmen Hvalur sagte dem Sender, die Meeressäuger seien am Sonntagabend "erfolgreich" erlegt worden und würden nun an Land gebracht. Von Tierschützern kam scharfe Kritik.

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Neben Island erlauben nur noch Norwegen und Japan den Fang von Walen zu kommerziellen Zwecken, was von Tierschützern heftig kritisiert wird. In Island war der Walfang, der immer zwischen Mitte Juni und Mitte September stattfindet, in den vergangenen zwei Jahren aber aufgrund wirtschaftlicher Probleme und sinkender Rentabilität abgesagt worden.

In dieser Saison nahm Hvalur, das eines von zwei verbliebenen Walfangunternehmen in Island ist, den Walfang dann wieder auf. Zwei Walfangschiffe legten am Freitagabend vom Hafen der Hauptstadt Reykjavik ab. Beim Auslaufen der Schiffe kettete sich an einem der Masten kurzzeitig ein Aktivist fest, um gegen den Walfang zu protestieren.

"Die ersten Finnwal-Tötungen in diesem Jahr sind erschütternd", sagte Joanna Swabe von der Tierschutzorganisation Humane World for Animals. Island habe in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 1000 Finnwale getötet, obwohl es sich um eine "weltweit als gefährdet eingestufte Art" handele.

Laut einer offiziellen Empfehlung des isländischen Instituts für Meeres- und Süßwasserforschung sollen in diesem Jahr nicht mehr als 150 Finnwale erlegt werden. Im Herbst soll in Island ein Gesetzentwurf zum Verbot des Walfangs eingebracht werden. Das "Massaker" in diesem Sommer könne damit nicht mehr verhindert werden, sagte die Tierschützerin Swabe.

(A.Stefanowych--DTZ)

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