Deutsche Tageszeitung - Prinz Harry und Elton John scheitern mit Klage gegen britische Boulevardmedien

Prinz Harry und Elton John scheitern mit Klage gegen britische Boulevardmedien


Prinz Harry und Elton John scheitern mit Klage gegen britische Boulevardmedien

Der britische Prinz Harry sowie andere Promis wie Pop-Star Elton John sind mit ihrer Klage wegen fragwürdiger Recherchemethoden gegen die Mediengruppe Associated Newspapers Ltd. (ANL) gescheitert. Die Kläger hätten ihre Anschuldigungen gegen den Herausgeber der Boulevardzeitungen "Daily Mail" und "The Mail on Sunday" nicht bewiesen, urteilte am Dienstag das Londoner High Court. ANL sprach von einem "überwältigendem Sieg" in dem aufsehenerregenden Gerichtsverfahren.

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In dem elfwöchigen Prozess sei es den Klägern nicht gelungen, "ihre vorgebrachten Anschuldigungen zu beweisen", erklärte Richter Matthew Nicklin in dem schriftlich veröffentlichten Urteil. Ihre Forderungen würden daher zurückgewiesen.

Die Anwälte von Prinz Harry hatten "substantielle" Entschädigungszahlungen des Medienkonzerns an ihren Mandanten und die sechs übrigen Klägerinnen und Kläger verlangt. Dazu zählte außer Elton John auch die britische Schauspielerin Elizabeth Hurley.

Der jüngere Sohn des britischen Königs Charles III. und die übrigen Klägerinnen und Kläger hatten dem Verlag ANL unter anderem vorgeworfen, Privatdetektive angeheuert zu haben, um Autos und Wohnungen zu verwanzen sowie illegal private Telefongespräche abzuhören. Zudem hätten die Detektive falsche Identitäten angegeben, um an medizinische Unterlagen zu gelangen. Die Taten waren der Klage zufolge zwischen 1993 und 2018 begangen worden. ANL wies die Anschuldigungen in dem Prozess zurück.

Nach dem Urteil sprach der Medienkonzern von einem "überwältigendem Sieg" und einer "großartigen Rehabilitierung des Journalismus der 'Daily Mail'". Dass das Gericht "jeden einzelnen der 97 Anschuldigungen der Kläger" zurückgewiesen habe, zeige, dass es "die Rechtschaffenheit unserer Journalisten" bei der Informationsbeschaffung anerkenne. Die Vorwürfe, für die Recherche seien die Autos und Häuser der Kläger verwanzt worden, seien "reißerisch" und "absurd".

Prinz Harry hatte in dem Prozess im Januar in einer emotionalen Aussage den ANL-Medien vorgeworfen, das Leben seiner Frau Meghan "zur Qual" gemacht zu haben. Er selbst habe sich wegen der Verfolgung durch die Medien "paranoid" gefühlt, führte Harry aus, der bei seiner Aussage den Tränen nahe war.

Prinz Harry hat ein schwieriges Verhältnis zu den Medien - nicht zuletzt weil seine Mutter Prinzessin Diana 1997 bei einem Autounfall infolge ihrer Verfolgung durch Paparazzi ums Leben gekommen war. Es war nicht das erste Gerichtsverfahren, das der 41-Jährige gegen britische Medien anstrengte. Im Dezember 2023 erreichte er ein Urteil gegen den Verlag des Boulevardblatts "Daily Mirror". Im Januar 2025 erzielte er mit den Eigentümern der Boulevardzeitung "Sun" eine außergerichtliche Einigung, die eine Entschädigungszahlung in geheim gehaltener Höhe für Harry vorsah.

Der in den USA lebende Harry war am Montag in London eingetroffen. Anlass des fünftägigen Besuchs in seiner alten Heimat sind die Vorbereitungen der Invictus Games 2027 in Birmingham. Harry, selbst früher Soldat, hatte die Sportwettkämpfe für verwundete Veteranen im Jahr 2014 ins Leben gerufen.

Zunächst war erwartet worden, dass Harry erstmals seit vier Jahren mit seiner Familie nach Großbritannien reisen würde. Doch der Prinz wird sich wohl ohne seine Ehefrau Meghan, seinen siebenjährigen Sohn Archie und seine fünfjährige Tochter Lilibet in der britischen Hauptstadt aufhalten, wie die Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld des Herzogs von Sussex erfuhr.

Hintergrund ist offenbar, dass ihm kein Polizeischutz für seine Familie bewilligt wurde. Offen blieb jedoch, ob Meghan und die Kinder Harry später in einer anderen Stadt treffen könnten.

Unklar war auch, wo Harry in London residiert. Das Königshaus stellte am Montag klar, dass er bei seinem mehrtägigen Besuch nicht im Buckingham-Palast nächtigen werde - anders als von einem Sprecher des in den USA lebenden Prinzen zunächst angekündigt.

Medienberichten zufolge hatte Harry eine Einladung zum Übernachten im Buckingham-Palast angenommen. Das Königshaus erklärte demnach jedoch, Harry habe eine Frist verpasst. Eine bestimmte Vorlaufzeit sei nötig, um Gäste wie den Prinzen zu beherbergen. Harrys Sprecher bezeichnete es als "enttäuschend", dass das Angebot "in letzter Minute zurückgezogen" worden sei.

Harry und Meghan hatten sich 2020 im Zuge eines Zerwürfnisses mit der königlichen Familie von ihren royalen Pflichten zurückgezogen und Großbritannien den Rücken gekehrt. Die Familie lebt heute in Meghans Heimat Kalifornien.

Harry hatte seinen 77‑jährigen Vater, der wegen einer Krebserkrankung behandelt wird, zuletzt im September 2025 zum Tee in dessen Residenz Clarence House in London getroffen. Ob er ihn auch dieses Mal trifft, war ungewiss.

(M.Travkina--DTZ)

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