Deutsche Tageszeitung - Filmfestival in Venedig: Goldener Löwe geht an dänisch-ägyptische Regisseurin

Filmfestival in Venedig: Goldener Löwe geht an dänisch-ägyptische Regisseurin


Filmfestival in Venedig: Goldener Löwe geht an dänisch-ägyptische Regisseurin
Filmfestival in Venedig: Goldener Löwe geht an dänisch-ägyptische Regisseurin / Foto: © AFP

Die dänisch-ägyptische Regisseurin May El-Toukhy ist beim Filmfestival in Venedig für ihren Film "Woman Unknown" mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. El-Toukhy nahm den Hauptpreis des renommierten Festivals am Lido am Samstagabend entgegen. Der Silberne Löwe ging an den Film "Possible Love" des südkoreanischen Regisseurs Lee Chang Dong.

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"Woman Unknown" erzählt die Geschichte einer Hausangestellten in der Zeit nach dem Zweiten Weltkriegs in Dänemark. Die junge Frau steht kurz davor, ihren Arbeitgeber zu heiraten, doch ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit droht ihre Pläne zunichte zu machen. Die Hauptdarstellerin des Films, Mathilde Arcel, wurde in Venedig als beste Schauspielerin ausgezeichnet. John Malkovich wurde für seine Rolle als CIA-Agent in dem Film "Wild Horse Nine" als bester Schauspieler geehrt.

Im Wettbewerb um den Goldenen Löwen waren in den vergangenen anderthalb Wochen insgesamt 21 Produktionen angetreten. Die Gaza-Doku "Naza" gewann den Spezialpreis der Jury. Der Film, bei dem die israelische Journalistin Rachel Szor zusammen mit ihrem Kollegen Yuval Abraham Regie führte, hatte bei seiner Premiere in Venedig mit 25 Minuten stehenden Ovationen wohl einen Rekord aufgestellt und wurde auch von Kritikern hoch gelobt.

In "Naza" berichten israelische Militärvertreter und Geheimdienstler anonym, wie die israelische Armee im Gazastreifen palästinensische Zivilisten tötete.

"Woman Unknown" war anfangs der einzige Film einer Frau unter den zunächst 20 Wettbewerbsfilmen. Die nachträgliche Aufnahme der Gaza-Dokumentation "Naza" verbesserte das Geschlechterverhältnis nur geringfügig.

Der geringe Frauenanteil war unter anderem bei der diesjährigen Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal auf Kritik gestoßen. "Es gibt ein systemisches Problem", sagte die US-Schauspielerin und Filmemacherin bei der Pressekonferenz zur Eröffnung des Festivals. Es sei für Frauen "viel schwieriger", eine Finanzierung für ihre Filme zu bekommen.

Im vergangenen Jahr war US-Regisseur Jim Jarmusch für seinen Film "Father Mother Sister Brother" über dysfunktionale Familien in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. Den Silbernen Löwen gewann 2025 Doku-Drama "The Voice of Hind Rajab" der Regisseurin Kaouther Ben Hania über den Krieg im Gazastreifen.

(W.Uljanov--DTZ)

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