Deutsche Tageszeitung - London verbietet Einreisen aus Südamerika und Portugal wegen neuer Virus-Mutation

London verbietet Einreisen aus Südamerika und Portugal wegen neuer Virus-Mutation


London verbietet Einreisen aus Südamerika und Portugal wegen neuer Virus-Mutation
London verbietet Einreisen aus Südamerika und Portugal wegen neuer Virus-Mutation / Foto: ©

Nach der Entdeckung einer neuen Coronavirus-Variante in Brasilien verbietet Großbritannien alle Einreisen aus Südamerika und Portugal. Das Verbot gelte ab Freitagmorgen, erklärten die britischen Behörden am Donnerstag. Ausgenommen seien britische und irische Staatsangehörige sowie Menschen mit Wohnsitz in Großbritannien, schrieb Verkehrsminister Grant Shapps auf Twitter. Diese müssen sich aber nach ihrer Rückkehr aus den von der Regelung betroffenen Ländern zehn Tage in Quarantäne begeben.

Textgröße ändern:

Der Minister begründete seine Entscheidung mit "Beweisen für eine neue Variante in Brasilien" und rechtfertigte die Anwendung der Maßnahme im Fall Portugals mit den engen Verbindungen des Landes zu Brasilien. Portugiesische Lkw-Fahrer seien von der Regelung ausgenommen.

Großbritannien ist von der Corona-Pandemie stärker betroffen als die meisten anderen europäischen Staaten. Bislang starben fast 85.000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion. Die derzeit dramatisch hohen Ansteckungszahlen hängen auch damit zusammen, dass sich in England die neue Mutation des Virus schnell verbreitet hat.

Erste Studien legen nahe, dass die Coronavirus-Variante B.1.1.7 um bis zu 70 Prozent ansteckender sein könnte als die bisherigen Stämme. Diese Mutation wurde bereits in dutzenden anderen Ländern rund um den Globus festgestellt, auch in Deutschland.

Aus Angst vor weiteren Mutationen hat Großbritannien bereits Einreisen aus Südafrika verboten, wo laut Wissenschaftlern eine Virus-Variante identifiziert wurde, die der brasilianischen sehr ähnlich ist.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Totschlag an Bruder in Afghanistan: Acht Jahre Haft für Mann in Hanau

Das Landgericht im hessischen Hanau hat einen Mann wegen Totschlags an seinem Bruder in Afghanistan zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte seinen Bruder im Oktober 2015 in Kandahar getötet hat, wie eine Gerichtssprecherin am Montag sagte. Tatmotiv war demnach ein seit längerer Zeit andauernder Erbstreit.

Umsturzpläne: Bewährungsstrafen für weitere Unterstützer von Kaiserreichsgruppe

Wegen Unterstützung von gewaltsamen Umsturzplänen der aus Reichsbürgern bestehenden sogenannten Kaiserreichsgruppe sind drei Männer in Stuttgart zu Bewährungsstrafen von bis zu einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Das Oberlandesgericht in der baden-württembergischen Landeshauptstadt sprach sie am Montag wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung sowie Beihilfe zu einem hochverräterischen Unternehmen schuldig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Urteil ist rechtskräftig.

Vergewaltigungsurteil: Vier Jahre Haft für Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit

Harter Schlag für Norwegens schwerkranke Kronprinzessin Mette-Marit: Ihr Sohn Marius Borg Hoiby ist wegen Vergewaltigung und anderer Vergehen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Oslo befand den 29-Jährigen am Montag wegen zwei der vier ihm zur Last gelegten Vergewaltigungen und anderer Vergehen schuldig. Hoibys Verteidiger kündigten Berufung gegen die Verurteilung wegen Vergewaltigung sowie wiederholter Gewalt gegen eine seiner früheren Freundinnen an.

Berlin: AfD-Politiker hat kein Recht auf Einstellung im gehobenen Beamtendienst

Ein Kommunalpolitiker der AfD hat trotz einer vorläufigen Einstellungszusage keinen Rechtsanspruch auf Zulassung zum gehobenen Dienst der Kriminalpolizei. Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilschutzverfahren, wie eine Sprecherin am Montag mitteilte. Beantragt hatte das Verfahren ein Berliner Polizist, der nebenberuflich AfD-Fraktionsvorsitzender in einer Brandenburger Gemeindevertretung war.

Textgröße ändern: