Deutsche Tageszeitung - Aktivist stirbt nach Festnahme durch Palästinensische Autonomiebehörde

Aktivist stirbt nach Festnahme durch Palästinensische Autonomiebehörde


Aktivist stirbt nach Festnahme durch Palästinensische Autonomiebehörde
Aktivist stirbt nach Festnahme durch Palästinensische Autonomiebehörde / Foto: ©

Unmittelbar nach seiner Festnahme ist ein palästinensischer Menschenrechtsaktivist im besetzten Westjordanland zu Tode gekommen. Der 43-jährige Nisar Banat sei am Donnerstagmorgen bei einer Razzia in Hebron festgenommen worden, erklärte der örtliche Gouverneur, Dschibrin al-Bakri.

Textgröße ändern:

Nach der Festnahme habe sich Banats "Gesundheitszustand verschlechtert", danach sei er sofort in ein Krankenhaus gebracht worden, "wo er für tot erklärt wurde".

Die Familie des 43-Jährigen beschuldigte die palästinensischen Sicherheitskräfte hingegen, Banat zu Tode geprügelt zu haben. Sie hätten "mit Holzknüppeln auf seinen Kopf eingeschlagen" und ihn "absichtlich getötet", sagten Angehörige dem palästinensischen Nachrichtenportal Kuds.

Ein Grund für die Verhaftung Banats wurde von den Behörden nicht genannt. Der 43-Jährige war bekannt für seine im Online-Netzwerk Facebook veröffentlichten Videos, in denen er der palästinensischen Autonomiebehörde Korruption vorwarf. Gouverneur Bakri erklärte, zu dem Todesfall sei eine Untersuchung eingeleitet worden.

In Ramallah versammelten sich etwa 300 Menschen vor dem Sitz der Autonomiebehörde und forderten den Rücktritt von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. "Die Festnahmen machen uns keine Angst," riefen die Demonstranten, während sie Bilder von Banat hochielten.

Die diplomatische Vertretung der Europäischen Union äußerte sich "schockiert und traurig" über Banats Tod und forderte eine unabhängige Untersuchung.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Vance zu Gesprächen mit dem Iran in die Schweiz aufgebrochen

US-Vizepräsident JD Vance ist zu Gesprächen mit dem Iran in die Schweiz aufgebrochen. Bei den bevorstehenden Verhandlungen werde es vorrangig um das iranische Atomprogramm und die Waffenruhe im Libanon gehen, sagte Vance am Samstag bei seiner Abreise vom Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews zu Journalisten. Er selbst könne "nur ein oder zwei Tage dort bleiben".

Nach neuen abfälligen Bemerkungen: Meloni verschärft Ton gegenüber Trump

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat ihren Ton gegenüber US-Präsident Donald Trump nach dessen erneuten herablassenden Bemerkungen über sie verschärft. "Diese ständigen, unprovozierten Angriffe sind sinnlos", erklärte Meloni am Sonntag im Onlinedienst Instagram, nachdem Trump sich erneut abfällig über die einstige enge Vertraute geäußert hatte. "Ihre Freundin zu sein, hat meiner Beliebtheit sicherlich nicht geholfen", schrieb Meloni. Sie fügte hinzu: "Ich schlage vor, Sie konzentrieren sich auf Ihre eigene."

Schwerdtner und Pantisano führen künftig die Linke an - Dämpfer für neuen Chef

Die Linke hat mit Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano ein neues Führungs-Duo. Schwerdtner wurde beim Bundesparteitag in Potsdam mit knapp 86 Prozent deutlich im Amt bestätigt, Pantisano wurde neu gewählt. Dem 46-Jährigen verpassten die Delegierten aber gleich einen Dämpfer: Nur gut 53 Prozent stimmten am Samstag für ihn, rund 30 Prozent gegen ihn. Pantisano tritt nun die Nachfolge von Jan van Aken an, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte.

Grüne in Nordrhein-Westfalen bestätigen Doppelspitze aus Zeybek und Achtermeyer

Die Grünen in Nordrhein-Westfalen haben ihre Landesvorsitzenden Yazgülü Zeybek und Tim Achtermeyer im Amt bestätigt. Zeybek erhielt bei einem Landesparteitag am Samstag in Troisdorf 85,1 Prozent der Stimmen, Achtermeyer 91,2 Prozent. Beide bilden seit vier Jahren das Führungsduo der Landespartei. Die 40-jährige Zeybek ist seit 2020 Vorsitzende der Grünen-Stadtratsfraktion in Wuppertal. Der 32-jährige Achtermeyer sitzt seit Juni 2022 als Abgeordneter im Landtag in Düsseldorf.

Textgröße ändern: