21.08.2017
 Berlin
 18 °C
 Überwiegend bewölkt
 Hamburg
 18 °C
 Regenschauer
 Köln
 20 °C
 klarer Himmel
 Dresden
 17 °C
 Überwiegend bewölkt
 Leipzig
 19 °C
 Überwiegend bewölkt
 Rostock
 18 °C
 Regenschauer
 Hannover
 18 °C
 Überwiegend bewölkt
 Duisburg
 20 °C
 klarer Himmel
 Nürnberg
 19 °C
 klarer Himmel
 Stuttgart
 20 °C
 klarer Himmel
 Bremen
 19 °C
 Überwiegend bewölkt

USA: Trump hält an Drohung gegen Nordkorea fest

Sonntag, 13. August 2017

Ungeachtet internationaler Appelle zur Mäßigung im Konflikt mit Nordkorea hat US-Präsident Donald Trump seine Drohung mit "militärischen Maßnahmen" bekräftigt. Die US-Regierung sei "mit ihren Alliierten" bereit, jeder Bedrohung durch Nordkorea mit "der ganzen Bandbreite diplomatischer, wirtschaftlicher und militärischer Maßnahmen" zu begegnen, erklärte das Weiße Haus am Wochenende. Japan brachte für den Ernstfall seine Patriot-Flugabwehrraketen in Stellung.

Trump beriet bei einem Telefongespräch mit seinem französischen Kollegen Emmanuel Macron aktuell die "zunehmend gefährliche Lage im Zusammenhang mit Nordkoreas destabilisierendem und eskalierendem Verhalten", wie das Weiße Haus erklärte. Macron zeigte sich in einer Erklärung in Paris "besorgt über die ballistische und nukleare Bedrohung", die von Nordkorea ausgehe. Er forderte eine "abgestimmte, entschlossene und effiziente" Vorgehensweise der Weltgemeinschaft, um Pjöngjang zur "Wiederaufnahme des Dialogs ohne Vorbedingungen" zu bewegen.

Der britische Außenminister Boris Johnson erklärte, das "nordkoreanische Regime" sei die "Ursache des Problems". London arbeite mit den USA und "unseren Partnern in der Region" daran, "diese Krise diplomatisch zu beenden". Außenminister Sigmar Gabriel sagte der "Bild am Sonntag", er sei "in echter Sorge davor, dass rhetorische Eskalationen und gegenseitiges Hochschaukeln in einem militärischen Konflikt enden können".

Nordkorea drohte in der vergangenen Woche mit einem Angriff im Gebiet um den US-Außenposten Guam im westlichen Pazifik, wo derzeit etwa 6000 US-Soldaten stationiert sind. Sollte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un "irgendetwas mit Guam machen", werde er das "bereuen, und zwar schnell", sagte Trump daraufhin am Freitag auf seinem Golfplatz in Bedminster. Das Weiße Haus teilte am Samstag mit, US-Armeeeinheiten stünden "bereit", Guam zu verteidigen.

Japan brachte am Samstag seine Raketenabwehr in Stellung. Das System sei in mehreren Städten im Westen des Landes installiert worden, berichteten der Rundfunksender NHK und die Nachrichtenagentur Kyodo News. Auf Fernsehbildern waren Militärfahrzeuge mit entsprechendem Material zu sehen. Die Zeitung "Asahi Shimbun" berichtete zudem von einem vor der Küste stationierten Zerstörer.

In Richtung Guam abgefeuerte Raketen aus Nordkorea könnten auch japanisches Gebiet überfliegen. Tokio hatte angekündigt, nordkoreanische Raketen abzuschießen, die japanisches Territorium bedrohten.

International wächst die Sorge, dass der Atomstreit zwischen den USA und Nordkorea außer Kontrolle geraten könnte. In einem Telefonat forderte Chinas Staatschef Xi Jinping Trump laut einem Bericht des Staatsfernsehens erneut auf, "Worte und Taten" zu vermeiden, welche die ohnehin angespannte Lage auf der Koreanischen Halbinsel verschlimmerten. Alle Beteiligten müssten "Zurückhaltung üben" und "den Weg des Dialogs, der Verhandlungen und einer politischen Lösung weitergehen", sagte Xi.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte am Freitag gesagt, die Regierung in Moskau sei "sehr alarmiert" über Trumps Wortwahl. "Wenn ein Kampf fast schon begonnen hat, sollte der Stärkere und Klügere den ersten Schritt zurück machen", sagte er. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte gesagt, sie "sehe keine militärische Lösung des Konflikts".

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann mahnte, Merkel müsse Trump gegenüber klarstellen, dass es für atomare Präventivschläge der USA gegen Nordkorea von Deutschland keine Unterstützung gebe. "Die Haltung der SPD ist klar: An einer solchen militärischen Auseinandersetzung mit Nordkorea wird sich Deutschland unter keinen Umständen beteiligen", sagte Oppermann dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe).

Laut einer Forsa-Umfrage macht sich derzeit jeder dritte Deutsche (33 Prozent) große Sorge, dass es in Folge des Konflikts zwischen Nordkorea und den USA einen Atomkrieg geben könnte.  (S.A.Dudajev--DTZ)

Weitere interessante Artikel
Top