Deutsche Tageszeitung - Hongkongs öffentliche Schulen fordern Treue-Eid von ausländischen Englischlehrern

Hongkongs öffentliche Schulen fordern Treue-Eid von ausländischen Englischlehrern


Hongkongs öffentliche Schulen fordern Treue-Eid von ausländischen Englischlehrern
Hongkongs öffentliche Schulen fordern Treue-Eid von ausländischen Englischlehrern / Foto: © AFP

Englischlehrer aus dem Ausland müssen künftig in Hongkong einen Treue-Eid leisten, wenn sie weiter an den öffentlichen Schulen arbeiten wollen. Bis zum 21. Juni müssen alle muttersprachlichen Englischlehrer eine Erklärung unterzeichnen, dass sie Hongkong die Treue halten, das Grundgesetz der chinesischen Sonderverwaltungszone respektieren und der Regierung gegenüber verantwortlich sind, wie die Bildungsverwaltung am Samstag mitteilte. Sollten sie sich weigern oder nicht daran halten, werde ihr Vertrag gekündigt.

Textgröße ändern:

Hongkongs Regierung lockt seit 1997 muttersprachliche Englischlehrer mit hohen Gehältern und anderen Vergünstigungen an ihre Grund- und Sekundarschulen, um die Sprachkenntnisse der Schüler zu verbessern. Die Verträge gehen über zwei Jahre, können aber verlängert werden.

Trotz der guten Bezahlung hat die Stadt jedoch zunehmend Probleme, ihr ausländisches Lehrpersonal zu halten. Einem Regierungsbericht vom April zufolge sind 13 Prozent der englischen Muttersprachler im Schuljahr 2020/2021 aus dem Schuldienst ausgeschieden, so viele wie noch nie.

Dass dies auch mit den strikten Corona-Maßnahmen in Hongkong zusammenhängen könnte, wies der Chef der Bildungsverwaltung, Kevin Yeung, kürzlich im Parlament zurück. Einige Lehrer befürchten auch, dass das politische Klima an den Schulen mehr und mehr an das autoritäre Vorbild Festlandchinas angepasst wird.

Seit 2020 verlangt Hongkong von Beamten und zunehmend auch von Angestellten im öffentlichen Dienst einen Treue-Eid. In den Schulen wurde darüberhinaus die "Erziehung über nationale Sicherheit" eingeführt. Einige Lehrer haben gestanden, dass sie inzwischen alle heiklen Themen wie etwa die gewaltsame Niederschlagung der pro-demokratischen Bewegung 1989 auf Pekings Tiananmen-Platz vermeiden.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Aggressiv und lernunwillig: Verhalten der Schüler größte Belastung für Lehrer

Aggressivität, fehlender Lernwille und Mobbing: Das Verhalten von Schülerinnen und Schülern ist laut einer Umfrage für fast jede zweite Lehrkraft die größte Belastung. 46 Prozent sehen das Schülerverhalten derzeit als größte Herausforderung im Berufsalltag, wie aus dem am Dienstag in Stuttgart veröffentlichten Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervorgeht.

Studie: Nur noch knapp 32 Prozent der Studiengänge zugangsbeschränkt

Studienanfänger in Deutschland haben immer bessere Chancen auf ihren Wunschstudienplatz. Nur noch 31,6 Prozent aller Studienangebote haben im kommenden Wintersemester eine Zugangsbeschränkung, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des CHE Centrum für Hochschulentwicklung in Gütersloh hervorging. Das entspricht einem Rückgang um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Im Bachelorbereich liegt die Quote sogar bei nur 28,7 Prozent.

Britischer Prinz George wechselt im September auf Eliteschule Eton

Prinz George, der älteste Sohn des britischen Thronfolgers Prinz William, wird ab September die Eliteschule Eton besuchen. Der Kensington-Palast gab den Schulwechsel am Dienstag bekannt. Der zwölfjährige George folgt damit seinem Vater William und seinem Onkel Harry, die ebenfalls in Eton zur Schule gingen. Unklar ist bisher, ob George auch im Internat der Schule wohnen wird. Eton ist nur wenige Kilometer vom Wohnsitz seiner Eltern auf dem Gelände von Schloss Windsor entfernt.

Deutsches Studierendenwerk drängt auf rasche Einigung bei Bafög-Reform

Das Deutsche Studierendenwerk (DSW) pocht auf die von der Koalition versprochene Bafög-Erhöhung. "Der Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung beim Bafög ist ein verheerendes Signal an die Studierenden und die junge Generation insgesamt", sagte DSW-Vorstandschef Matthias Anbuhl der "Rheinischen Post" vom Dienstag. "Der Fachkräftemangel wird sich in den kommenden Jahren verschärfen, denn die Boomer-Generation geht nun Schritt für Schritt in Rente", betonte Anbuhl.

Textgröße ändern: